In den Vereinigten Staaten wird aktuell über die Kraftstoffverbrauchsvorgaben für Neuwagen diskutiert. Unter Präsident Barack Obama waren diese massiv verschärft worden, um Investitionen in neue Antriebstechnologien zu befördern. Der neue US-Präsident Donald Trump ist allerdings kein Freund solcher staatlichen Eingriffe. Die Autoindustrie argumentiert, dass man massiv in Elektrofahrzeuge investiert habe, diese aber einfach keine Käufer fänden. So sagte Wade Newton, Sprecher der „Alliance of Automobile Manufacturers“, dass es inzwischen 95 verschiedene Modelle von Elektroautos gäbe, diese gemeinsam aber nicht so oft verkauft würden, wie ein klassischer Pickup mit Verbrennungsmotor. Diese Rechnung bezieht allerdings nicht ein, dass bisher nur wenige Elektroautos für den Massenmarkt verfügbar sind.


Tesla Motors - Elektroautos

Auch Polizeifahrzeuge und Mülltransporter werden mit Elektromotor angeschafft

Zahlreiche US-Städte wollen die Argumentation der Autoindustrie nun zusätzlich widerlegen und in einer gemeinsamen Aktion 114.000 Elektrofahrzeuge ordern. Die Aktion läuft unter dem Motto: „Wenn ihr sie baut, dann kaufen wir sie auch“. Ursprünglich ging die Initiative dabei von Los Angeles, San Francisco, Seattle und Portland aus. Inzwischen haben sich noch rund ein Dutzend weiterer Städte der Aktion angeschlossen, darunter Boston, New York und Denver. Allerdings sollen nicht nur klassische Elektro-PKW bestellt werden, sondern beispielsweise auch Polizeifahrzeuge, Straßenreinigungswagen und Mülltransporter. Experten gehen daher davon aus, dass rund vierzig Unternehmen entsprechende Fahrzeuge im Angebot haben und für eine Lieferung an die Städte in Frage kämen.


VW errichtet in Kalifornien Schnellladestationen für Elektroautos

Ohnehin wird der gemeinsame Auftrag wohl an verschiedene Unternehmen vergeben werden. Denn kaum ein Hersteller ist bisher alleine in der Lage solche Stückzahlen zu produzieren. So plant General Motors beispielsweise, vom Chevy Bolt EV lediglich 30.000 Fahrzeuge jährlich zu produzieren. Ein nicht unerheblicher Teil davon könnte von den US-Städten aufgekauft werden. Der Ausbau der entsprechenden Infrastruktur an Ladestationen wird in den Vereinigten Staaten zudem zukünftig teilweise auch durch den Volkswagen-Konzern übernommen. Denn im Rahmen des Dieselskandals vereinbarte das Unternehmen mit den US-Behörden Strafzahlungen in Milliardenhöhe. Ein Teil davon wird nicht direkt in die Staatskasse fließen, sondern durch die Errichtung von Schnellladestationen abgegolten.

Via: Electrek

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