In Deutschland gibt es offiziell 39 Verkehrsflughäfen. Aber während die großen Airports – etwa in München und in Frankfurt am Main – hohe Gewinne erwirtschaften, haben viele Regionalflughäfen schwer zu kämpfen. So konnte sich kaum eine Fluggesellschaft für den neu gebauten Flughafen Kassel-Calden begeistern. Der Schwerin-Parchim International Airport in Mecklenburg-Vorpommern wird aktuell sogar ausschließlich für Übungsflüge genutzt. Fast alle Regionalflughäfen haben dasselbe Problem: Die Nachfrage nach Flügen von diesen kleinen Flughäfen ist so gering, dass Flugverbindungen für die Airlines nicht rentabel sind. Das US-Startup Zunum Aero will dies durch einen neuen Ansatz ändern: Elektroflugzeuge sollen die Kosten so senken, dass die zahlreichen Regionalflughäfen rentabel miteinander verknüpft werden können.


So stellt sich das Startup die neuen Elektroflugzeuge vor. Bild: Zunum Aero

Die Preise für Flugtickets können um bis zu achtzig Prozent sinken

Die Versprechen des Unternehmens klingen in jedem Fall interessant. In den Vereinigten Staaten soll die Nutzung der lokalen Airports dafür sorgen, dass die Reisezeit von Tür zu Tür im Schnitt um etwa vierzig Prozent reduziert werden kann. Der Einsatz von Elektroantrieben sorgt zudem dafür, dass die Klimaemissionen um etwa achtzig Prozent sinken könnten. Auch die Passagiere sollen profitieren: Da die elektrische Antriebstechnik deutlich preiswerter ist, könnten die Flugtickets um bis zu achtzig Prozent günstiger werden. Bisher allerdings besitzt Zunum Aero noch keine Flugzeuge, mit denen diese Versprechen eingelöst werden könnten. Die Ingenieure arbeiten allerdings an einem Elektroflieger, der Platz für zehn bis fünfzig Passagiere bieten soll.

Boeing gehört zu den Investoren des Startups

Die ersten kommerziellen Flüge sollen bereits in der ersten Hälfte des nächsten Jahrzehnts stattfinden. Denkbar ist allerdings, dass zu Beginn erst einmal Hybrid-Systeme zum Einsatz kommen werden. Mit Boeing und JetBlue stehen jedenfalls Investoren hinter dem Startup, die durchaus etwas von der Luftfahrtindustrie verstehen und an die Vision des Unternehmens glauben. „Diese Technologie und Kundenansprache hat das Potential, den Markt für kleine und Kurzstreckenflugzeuge, die regionale Flughäfen ansteuern können, radikal zu verändern“, erklärt beispielsweise Steve Nordlund, Vizepräsident Strategie bei Boeing, das Investment seiner Firma. Aktuell arbeitet Zunum Aero zudem mit den US-Flugsicherheitsbehörden zusammen, um ein Zulassungsverfahren für Elektroflugzeuge zu entwickeln.


Via: Venturebeat

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