In den letzten Jahren kommt es immer häufiger zu katastrophalen Waldbränden. Dies ist zumindest zum Teil auf den Klimawandel zurückzuführen. Ein solcher Brand stellt aber immer auch einen erheblichen Eingriff in das örtliche Ökosystem dar. Ein wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang: Der Wasserkreislauf ändert sich. US-Forscher des „United States Forest Service“ haben nun jahrelang gesammelte Daten ausgewertet, um die exakten Auswirkungen von Waldbränden auf den Wasserkreislauf benennen zu können. Das Ergebnis ist allerdings nicht eindeutig. Vielmehr lautet die zentrale Erkenntnis: Die Folgen sind je nach Region extrem unterschiedlich. So kamen die Forscher im trockenen Westen des Landes zu ganz anderen Ergebnissen als etwa im eher feuchten Südosten.


Waldbrände können zu mehr Überschwemmungen führen

Im Westen beobachteten die Wissenschaftler beispielsweise, dass die Böden durch die Waldbrände deutlich hydrophober wurden. Oder anders ausgedrückt: Weniger Wasser konnte versickern. Dies hat bei den oftmals sehr starken Regenfällen die Folge, dass mehr Wasser direkt in die Flüsse fließt. Die Wasserläufe führen daher nach Bränden mehr Wasser – allerdings auch deutlich schmutzigeres. In den Rocky Mountains wiederum bot sich ein ganz anderes Bild. Dort war zwar weniger Wasser in den Flüssen zu finden, dafür sorgten die kahlen Hänge aber für eine höhere Fließgeschwindigkeit. Was auch nicht immer von Vorteil ist. Denn dadurch kommt es unter anderem häufiger zu Überschwemmungen – die sich zumindest teilweise auf den Waldbrand zurückführen lassen. Solche Wechselwirkungen genauer zu verstehen, könnte zukünftig wichtig sein, um präventive Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.


Verschiedene Maßnahmen sollen die Ausbreitung von Feuern verhindern

Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler 160 verschiedene Gebiete in den Vereinigten Staaten und können dort nun die Auswirkungen von Waldbränden auf das Wassersystem genauer benennen und prognostizieren. Am besten ist es aber natürlich, wenn sich Brände erst gar nicht großflächig ausbreiten. In einigen Regionen wird das Feuer allerdings durch eine menschengemachte Problematik verschlimmert: Weil dort Waldbrände bereits seit langer Zeit komplett unterdrückt werden, ist die Brandlast so groß, dass bereits kleinste Anlässe zu großen Feuerkatastrophen werden können. Gezielte Brände von Zeit zu Zeit sind ein Ansatz, um dieses Problem in den Griff zu kriegen. Eine andere Idee ist es, mehr Sumpfkiefern zu pflanzen. Diese sind deutlich feuerresistenter als die meisten anderen Bäume.

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