Die Varroa-Milbe ist der gefährlichste Feind der Bienen. Innerhalb von drei Jahren kann sie einen ganzen Stock ausrotten. Die Honigproduktion sinkt und, weit schlimmer noch, immer weniger Blüten werden bestäubt, sodass die Ernten etwa von Obst schlechter ausfallen. Jetzt, nach 25 Jahren Forschungsarbeit, gibt es ein Mittel gegen die aggressive Milbe. Forscher der Universität Hohenheim in Stuttgart haben herausgefunden, dass Lithiumchlorid eine wirksame Waffe gegen den Schädling ist.


Eine Honigbiene entfernt sich von einer Blüte

Keine Gefahr für Bienen und Honig

„Lithiumchlorid kann man Bienen in Zuckerwasser aufgelöst füttern“, sagt Peter Rosenkranz, Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde. „Bei unseren Versuchen haben bereits geringe Mengen der Salzlösung ausgereicht, um innerhalb weniger Tage die auf den Bienen sitzenden Milben abzutöten – ohne Nebenwirkungen für die Bienen.“ Auch im Honig finden sich keine Spuren des Mittels, so die ersten Erkenntnisse der Forscher.


Lithiumchlorid ist stark hygroskopisch, zieht also Wasser an. Deshalb wird es unter anderem als Feuchtigkeitsschutz für Elektronik während des Transports genutzt. Es ist in Chemikalienhandlungen und natürlich in Internetshops zu haben. 250 Gramm kosten weniger als 20 Euro. Es findet sich in Salzlaugen, Salzseen und Heilquellen, und das zum Teil in erstaunlich hohen Konzentrationen, sodass es in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht, um weltweit die Bienen von der Milbe zu befreien.

Die einfache Lösung ist die bessere

Bevor der Wirkstoff nun als Medikament für Bienen auf den Markt kommen kann, sind dennoch weitere Tests nötig, um die beste Dosierung zu bestimmen und Nebenwirkungen für Bienen und Anwender sowie das Risiko von Rückständen auszuschließen. Dazu sei man aktuell mit Unternehmen im Gespräch, die diese Entwicklung weiterführen wollen, verlautet aus der Universität.

Das Team um Rosenkranz Biotechnologie-Startup SiTOOLs Biotech in Planegg bei München hatte es sich so einfach nicht vorgestellt. Es arbeitete zunächst daran, bestimmte Gene der Milbe auszuschalten, um sie mattzusetzen. Das gelang, war aber sehr aufwändig. Dann entdeckten sie, dass auch Milben abstarben, deren Gene intakt waren. Jetzt dauerte es noch zwei Jahre, ehe die Forscher herausfanden, dass Lithiumchlorid für den Milbentod verantwortlich war. Das Präparat war lediglich als Hilfsmittel in den Genmix gelangt, der die Milben ausschalten sollte.

via Uni Hohenheim

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