Wer als Mann Verantwortung in Sachen Verhütung übernehmen möchte, dessen Optionen sind im Vergleich zu den Möglichkeiten für Frauen recht überschaubar. Die gängige, wenn auch teilweise ungeliebte Option sind Kondome. Deutlich radikaler ist eine Vasektomie, bei der der Samenleiter chirurgisch durchtrennt wird. Während es für Frauen zahlreiche Lösungen in Sachen Verhütung gibt, beschränkt sich die Auswahl für Männer im Grunde auf diese zwei Möglichkeiten. Das soll sich aber ändern. Die kalifornische Parsemus Foundation entwickelt aktuell ein Verhütungsgel für Männer namens Vasalgel, dessen Effekte wieder rückgängig gemacht werden können.


Foto:  Look into my eye, Jean-Manuel Fernandez, Flickr, CC BY-SA 2.0
Foto: Look into my eye, Jean-Manuel Fernandez, Flickr, CC BY-SA 2.0

Verhütung für Männer mit Vasalgel

Vasalgel wird direkt in den Samenleiter injiziert und versperrt dort den Spermien den Weg, nicht jedoch der Samenflüssigkeit. Dem Mann bleibt damit die Fähigkeit zur Ejakulation erhalten. Die zurückbleibenden Spermatozoen werden daraufhin vom Körper absorbiert.

In der Vergangenheit wurde Vasalgel bereits an Kaninchen getestet, wo nachgewiesen werden konnte, dass die Anwendung des Gels durch die Injektion eines auf Natriumbicarbonat basierendem Polymergels wieder rückgängig gemacht werden kann.


Tests an Rhesusaffen verliefen erfolgreich

In einer weiteren Studie testeten fünf Forscherinnen das Gel an 16 männlichen Rhesusaffen, die im California National Primate Research Center leben. Das Team injizierte den Tieren das Gel unter Vollnarkose und entließ diese nach einer Woche zurück in die Freigehege, die auch von Gruppen von drei bis neun weiblichen Rhesusaffen bewohnt werden. Von den 16 Männchen verbrachten neun nur die Paarungszeit in den Gehegen, sieben weitere verblieben über zwei Jahre mit den jeweiligen Weibchen.

Wie die Natur nun einmal so läuft, gab es Paarungen zwischen den Männchen und den anwesenden Weibchen. Keine davon resultierte in einer Schwangerschaft. Unter normalen Bedingungen werden dagegen 80 Prozent der weiblichen Rhesusaffen in der Paarungszeit trächtig.

Es traten nur wenige Nebenwirkungen auf

Bei einigen der behandelten Tiere wurden Nebenwirkungen beobachtet, die sich jedoch in Grenzen hielte. Bei einem der Affen wurde bei der Injektion des Gels der Samenleiter verletzt, was aber eine Komplikation der Injektionsmethode war, nicht eine Nebenwirkung des Gels selber. Ein weiters Tier entwickelte eine knotenartige Veränderung des Samenstrangs – ein sogenanntes Spermagranulom.

Bei der Studie an den Affen wurde allerdings weder getestet, ob die Wirkung des Gels wieder rückgängig gemacht werden kann noch wie lange diese anhält. Dies soll in weiteren Studien nachgeholt werden, nach denen dann auch klinische Studien an Menschen geplant sind.

Die Parsemus Foundation forscht in Bereichen, die ihrer Meinung nach von der Forschung der Pharmindustrie eher stiefmütterlich behandelt werden. Dazu zählen auch Verhütungsmittel für Männer. Im letzten Jahr gab es eine weltweite Studie über Hormonspritzen für Männer, die unter anderem von der WHO mitfinanziert wurde. Diese musste aber abgebrochen werden, weil bei den Probanden Hautprobleme und Depressionen auftraten.

via Parsemus Foundation

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