Autohersteller müssen immer stärker auch zu Spezialisten in der Herstellung leistungsfähiger Batterien werden. Denn diese bestimmen über die Reichweite der produzierten Elektroautos und sind somit inzwischen ein gewichtiges Kaufargument. Diese Expertise kann aber natürlich auch anderweitig genutzt werden. Pionier auf diesem Gebiet ist der US-Elektroautohersteller Tesla, der auch zahlreiche Lösungen im Bereich der Energiespeicherung anbietet. So speichern die Powerpacks des Unternehmens beispielsweise auf Hawaii einen Teil des produzierten Solarstroms und geben diesen in der Nacht ab. Auf diese Weise können Erneuerbare Energien zu einer konstanten Stromversorgung beitragen. Der deutsche Autobauer BMW und der schwedische Stromkonzern Vattenfall verfolgen nun ein ähnliches Projekt in der Nordsee.


Die Batterie des BMW i3 wird zukünftig auch Strom aus Offshore-Windanlagen speichern und bei Bedarf abgeben.

Es werden die original Autobatterien zur Stromspeicherung genutzt

Allerdings soll keine Solarenergie gespeichert werden, sondern Windstrom. Genutzt werden dafür die Batterien, die auch in BMWs Elektroautos i3 verbaut werden. In diesem Punkt unterscheidet sich BMWW also von Tesla: Während die Amerikaner mit Powerwall und Powerpack spezielle Speicherlösungen entwickelt haben und vermarkten, setzt BMW auf schlanke Strukturen und bringt nur ein Produkt auf den Markt. Bereits vor rund einem Jahr kaufte Vattenfall einhundert alte i3-Batterien und baute daraus einen Stromspeicher mit einer Kapazität von 2,8 Megawattstunden. Der Ansatz wurde damals auch von vielen Umweltschützern gelobt, weil auf diese Weise die Lebensdauer der Autobatterien deutlich verlängert werden konnte.

Zwei Offshore-Windfarmen werden mit Speicherlösungen versehen

Nun allerdings setzt das schwedische Unternehmen auf brandneue i3-Batterien und wird davon bis zu 1000 Exemplare ordern. Der erste Energiespeicher aus den Autobatterien wird bereits gebaut: Die Offshore-Windfarm „Princess Alexia“ in der Nähe von Amsterdam besitzt eine Kapazität von 122 MW und kann zukünftig immerhin 3,2 MW direkt vor Ort speichern und später wieder abgeben. „Die Energiespeicherung und die Netzstabilität sind die großen Themen in der Welt der neuen Energieformen“, erklärt Gunnar Groebler, Senior Vice President of Vattenfall, die Idee hinter dem Projekt. Zeitnah soll zudem auch ein 22 MW-Speicher auf einer Offshore-Windfarm in Wales installiert werden. Erweisen sich die Projekte als Erfolg, könnte sich langfristig für BMW ein interessantes Nebengeschäft auftun.


Via: Electrek

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