Staus kosten Autofahrer, die auf Deutschlands Straßen unterwegs sind, in den kommenden zehn Jahren fast 48 Milliarden Euro. Das hat Inrix ausgerechnet, ein renommierter US-Spezialist für den vernetzten Autoverkehr und Anbieter von Echtzeit-Verkehrsinfos. Das Unternehmen analysierte im September 2016 mehr als 200.000 Verkehrsstaus und ermittelte daraus den Impact Factor, der sich aus Länge, Dauer und Anzahl der Staus ergibt. Je höher dieser Faktor ist, desto schlimmer ist die jeweilige Region betroffen.


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1300 Hotspots in der Hansestadt

Spitzenreiter ist danach Hamburg. Die Hansestadt kommt auf einen Impact Factor von fast 1,3 Millionen. Inrix ermittelte dort rund 1300 Hotspots, wie Verkehrsbrennpunkte genannt werden, an denen es häufig Staus gibt. Auf den Plätzen zwei und drei landeten München und Stuttgart. Düsseldorf ist unter Deutschlands größten Städten am wenigsten von Staus betroffen.
Europaweit stehen Deutschlands Städte vergleichsweise gut da. London ist mit einem Impact Factor von unfassbaren 7,78 Millionen mit Abstand Spitzenreiter. Es folgen Rom und Paris mit jeweils rund 1,5 Millionen.


Tool zur Bewertung von verkehrslenkenden Maßnahmen

Inrix wertete die Staus mit einem Softwaretool namens Roadway Analytics aus. Es ist gewissermaßen ein Messsystem zur Beurteilung von Staus. Es lässt sich auch einsetzen, um Verbesserungen oder Verschlechterungen im Verkehrsfluss zu analysieren, die durch Änderungen der Verkehrsführung verursacht werden. So ermittelte die Verkehrsexperten, dass sich die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Mittleren Ring in München, der verkehrsreichsten Straße Deutschlands, durch die Eröffnung des Luise-Kiesselbach-Tunnel um rund 30 Prozent oder zehn Kilometer pro Stunde erhöhte.

Stauberechnungen im Video

Die Kosten durch Staus errechnen sich aufgrund der verlorenen Zeit, die die Menschen für gewinnbringende Tätigkeiten nutzen könnten. Inrix ermittelte 44.662 Hotspots in 123 Städten in 19 europäischen Ländern. Am teuersten sind Verkehrsstaus für die Briten. Sie müssen mit Kosten von umgerechnet 73 Milliarden Euro in den kommenden zehn Jahren rechnen. Alle Europäer zusammen müssen stolze 213 Euro aufbringen.

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