Über Jahre arbeiten erfahrene Forscher an neuartigen Pflastern, die in der Lage sind auch schwere Blutungen binnen kürzester Zeit zu stoppen. Was die Forscher bisher noch vor eine schwierige Aufgabe stellte, ist einem 17 Jährigen bereits gelungen. In Zukunft könnten Pflaster in der bekannten Form eine Revolution erfahren. Ein spezielles Gel auf Algenbasis ahmt den natürlichen Wundheilungsprozess nach und ist in der Lage auch schwere Blutungen sekundenschnell zu stoppen. In den USA erhielt das Gel für den blitzschnellen Wundverschluss bereits eine Zulassung für den Bereich der Tiermedizin.


Blutvergiftung
Foto: „Bleeding finger“ Crystal (Crystl) aus Bloomington, USA – Flickr CC BY-SA 2.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Jugendlicher entwickelt Pflaster der Zukunft

Joe Landolina hat bereits vor fünf Jahren im Alter von 17 ein neuartiges Pflaster entwickelt, das die Wundheilung um ein Vielfaches beschleunigt. Mittlerweile ist der junge Mann 22 Jahre alt und das auf Algen-Basis beruhende Pflaster kurz vor dem Durchbruch. Das Gel erhielt in den USA jüngst eine Zulassung für die Tiermedizin. Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) prüft aktuell auch die Freigabe als Mittel für die humanitäre Medizin. Joe Landolina entwickelte schon recht früh großes Interesse für biochemische Experimente. Im Labor seines Großvaters forschte er schließlich an dem vielversprechenden Algen-Gel. Die Substanz ist in der Lage Blutungen sofort zu stoppen.

Die neue Algen-Substanz kann künftig Menschenleben retten

In der Tat könnte das neue Algen-Gel einen Meilenstein in der Medizin bedeuten. So verlieren Notfall-Mediziner und Chirurgen immer wieder Patienten aufgrund großen Blutverlustes. Dieser geht mit der Tatsache einher, dass innere und auch äußere schwere Blutungen nicht rechtzeitig gestoppt werden können.


Die neue Substanz wurde „Vetigel“ getauft und basiert auf einer Meeresalgenart. Obwohl es sich um eine dickflüssige Gel-artige Substanz handelt, ist der Begriff Pflaster nicht all zuweit hergeholt. Das Gel wird schließlich in den Wundrand gespritzt und bildet über der Verletzung dann binnen weniger Sekunden ein dichtes Netz, das den Austritt von weiterem Blut verhindert. Die Struktur des blutungsstoppenden Netzes ähnelt dabei ziemlich stark der extrazellulären Matrix
menschlichen Gewebes, das zuletzt auch für die Blutgerinnung verantwortlich ist. Das Gel fördert daher auch die Wundheilung und verschließt die Verletzung dauerhaft. Hier vergehen ebenfalls nur Minuten.

Der Einsatz in Zukunft in Kriegs- und Krisengebieten

Chirurgen können im OP-Saal auf schwere Blutungen schnell reagieren und mit der Hilfe von entsprechenden Werkzeugen die Gefäße zunächst abklemmen und zum Verschließen unter anderem auf Strom oder Fibrin- und Gewebekleber zurück greifen. Kommt es jedoch zu Verletzungen auf der Straße sind die Möglichkeiten schwere Blutungen in kurzer Zeit zu stoppen begrenzt. Zunächst lassen sich derartige Wunden nur durch Druck abmildern. Das ist jedoch eine Maßnahme, die nur kurzzeitig hilft. In Zukunft soll die Erfindung des 22 Jährigen den Druck auf die Wunde überflüssig machen. So soll das schnell wirkende und heilende Algen-Gel als Glasröhrchen mitgeführt werden um schwere Blutungen schnell stoppen zu können. Ein weiterer Vorteil der neuen Algen-Pflaster ist, dass für die Wundversorgung keine Kühlung benötigt wird. Der Erfinder sieht daher auch großes Potential im Hinblick auf die Anwendung in Kriegs- und Krisenregionen.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.