Die Art der Kriegsführung hat sich im letzten Jahrhundert enorm verändert. Heute stehen sich oftmals nicht mehr zwei reguläre Armeen gegenüber, sondern die Soldaten müssen sich oft mit Guerillas und Terrorgruppen auseinandersetzen. Diese nutzen in ihrem Kampf auch keine gewöhnlichen Land- und Tretminen. Vielmehr kommen in der Regel selbst gebastelte improvisierte Sprengfallen zum Einsatz. Diese sind mit technischen Mess- und Suchgeräten nur schwer zu finden. Die feine Nase eines Hundes allerdings kann weiterhelfen.


Spürhunde Videospiel
Videospiel für Soldaten zur Ausbildung von Spürhunden via U.S. Naval Research Laboratory

Verhaltensänderungen des Hundes dienen als Warnzeichen

Denn die Sprengfallen verströmen in aller Regel einen leichten Gasstrom. Dieser ist allerdings so gering, dass gewöhnliche Messgeräte oftmals nicht anschlagen. Hunde allerdings registrieren diese ungewöhnliche Luftveränderung. Sie denken sich aber nichts dabei – und schlagen deshalb keinen Alarm. Stattdessen muss der Hundeführer extrem konzentriert auf leise Verhaltensänderungen achten. So kann schon ein leichtes Zögern des Hundes oder ein kurzer fragender Blick, einen Hinweis auf Gefahr darstellen. Logisch, dass man diese Zeichen erst mit einiger Praxiserfahrung zuverlässig deuten lernt.

Das Problem dabei: Ein unerfahrener Hundeführer kann dafür sorgen, dass der Hund seine Verhaltensänderungen unterlässt. Hunde wollen nämlich in erster Linie ihrem Herrschen gefallen, um die anschließende Belohnung abzugreifen. Eine falsche Belohnungs- und Anreizstrategie kann daher dafür sorgen, dass Hunden ihre feine Nase abtrainiert wird. Dies wäre im Einsatz dann möglicherweise fatal. Deswegen hat das US-Militär ein Videospiel entwickelt, an dem das Erkennen der typischen Verhaltensweisen geübt werden kann.


Videos aus dem Irak-Krieg halfen bei der Entwicklung

Der Chefentwickler des „Rover“ genannten Spiels, Adam Moses, konnte dabei auf Erfahrungen aus dem Irak zurückgreifen. Dort waren Hunde bereits erfolgreich als Sprengfallensucher eingesetzt worden – und dieser Einsatz wurde auf Video dokumentiert. Moses konnte also hunderte Stunden an Hundevideos auswerten und so die Verhaltensweisen des Hundes möglichste genau in das Spiel integrieren. Der potentielle Hundeführer ist dabei durch eine XBOX Kinect-Sensorleiste mit dem Spiel verbunden. Dort kann er dann verschiedene Dinge einstudieren – ohne dass mögliche Fehler große Auswirkungen hätten.

Video zum Spiel

Quelle: Gizmag

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