Weit unter den Straßen von Rom erforscht ein Hightech-Roboter auf eigene Faust die Priscilla-Katakomben. Da es dort unten alles andere als gemütlich ist und die Decken einsturzgefährdet sind, übernimmt „Rovina“ die Arbeit der Forscher und scannt 20 Mal pro Sekunde seine Umgebung ab um mit den gesammelten Daten ein 3D-Modell vom Irrgarten der Toten erstellen zu können.


Rovina
Rovina Roboter erkundet autonom gefährliche Höhlen; Bild: Uni Bonn

Nutzer sollen Katakomben eines Tages im Internet entdecken können

Wissenschaftler der Uni Bonn von der Abteilung Photogrammetrie (Bildmessung) haben den Forschungsroboter entwickelt. Mit der Hilfe von Kameras, die auch bei Spielekonsolen verwendet werden, ist der Roboter in der Lage sich autonom in den Höhlen fortzubewegen und auch Entfernungen zu einzelnen Objekten im Radius von fünf Metern abzuschätzen. Wenn das Licht zur Neige geht, hilft Infrarot-Technologie für das Sehen im Dunkeln weiter.

Rovina kann Steigungen erklimmen, Treppenstufen meistern und weiß genau wo er hinfahren kann und wo nicht. All das haben ihn die Forscher rund um Professor Cyrill Stachniss beigebracht. Verirren ist nahezu ausgeschlossen, kommt Rovina einmal vom Weg ab, werden Schleifen gefahren. Der Robi kehrt dabei immer wieder zu bereits vertrauten Punkten zurück. Bisher konnten schon fünf Kilometer der Priscilla-Katakomben erforscht und kartographiert werden. Geplant ist, dass Interessierte eines Tages, dank der erstellten 3D-Modelle, wie etwa bei Googles Street View-Dienst die geheimnisvollen Gänge über das Internet erkunden können. Das Team aus Bonn ist dem Experten Stachniss nach weltweit führend auf dem Gebiet der „intelligenten Explorationen“.

Rovina im Video


In Zukunft könnte das System auch in anderen Regionen eingesetzt werden. Denkbar ist auch die Erforschung verschütteter Maya-Tempel oder der Inka-Stadt Machu Picchu in Peru. Rovina fährt auf Rollen oder Ketten, je nachdem wie die Bodenbeschaffenheit ist. Die Priscilla-Katakomben können auch nicht von Menschen weiter erforscht werden, da die Luft mit radioaktivem Radon belastet ist.

Quelle: Uni Bonn (ab Seite 10)

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