Diabetes ist in Deutschland auf dem besten Weg zu einer hartnäckigen Volkskrankheit zu avancieren. Die Zahlen der Erkrankten steigen jährlich. Bereits in jungen Jahren müssen sich sogar schon Kinder frühzeitig mit Diabetes Typ 2 auseinandersetzen und lernen mit der, in der Allgemeinheit als „Zucker“ betitelten, Krankheit um zu gehen.


Auch weltweit leiden immer mehr Menschen an Diabetes. Dabei helfen neue Medikamente um mit der Krankheit besser umgehen zu können, eine Ausbreitung stoppen diese jedoch nicht.
In Deutschland leiden bereits sechs Millionen Menschen an Diabetes. Vor 15 Jahren waren es noch vier Millionen Erkrankte. Der Zuwachs um ein gutes Drittel ist alarmierend. Täglich erkranken rund 750 Menschen an Diabetes. Pro Stunde sterben im Durchschnitt drei Menschen an den Folgen von Diabetes. Knapp 95 Prozent der Kranken leiden an dem weit verbreiteten Diabetes Typ 2, der früher oftmals auch als Altersdiabetes bezeichnet wurde. Diabetes Typ 1 kommt deutlich seltener vor. Dennoch offenbaren die letzten Zahlen auch hier einen leichten Anstieg nach oben. Diabetes macht sich weiter breit. Neben einer flächendeckenden Aufklärung sollte auch ein Umdenken in den Köpfen der Menschen stattfinden.

Diabetes Therapie
Diabetes Therapie

Fettleibigkeit als Hauptursache für Diabetes

Der Diabetes-Forscher am Helmholtz Zentrum München, Matthias Tschöp, erklärt die Zunahme der Diabetes Typ 2 Erkrankungen in Deutschland mit dem wachsenden Anteil an Übergewichtigen. Neusten Studien zufolge sind bereits 52 Prozent der Deutschen adipös. Bis heute gibt es noch keine Medikamente gegen Fettleibigkeit betont, betont der Experte. Es stehen lediglich Operationen und Magenbypässe zur Disposition. Matthias Tschöp arbeitet jedoch stets daran Medikamente zu entwickeln, die Diabetes und Fettleibigkeit gleichermaßen bekämpfen.


Der Fokus soll dabei vor allem auf eine höhere Wirksamkeit liegen. Bisherige Medikamente lassen die gewünschten Erfolge oftmals aus. Eine Schlüsselfunktion soll in diesem Zusammenhang das unterschiedliche Fettgewebe im menschlichen Körper übernehmen. Schließlich verfügen wir auch über Fettzellen, die das Fett nicht speichern, sondern verbrennen. Hierbei handelt es sich um das sogenannte „braune Fettgewebe“, das von dem schlechten „weißen Fettgewebe“ unterschiedenen werden muss. Matthias Tschöp untersucht zusammen mit seinen Mediziner-Kollegen die unterschiedlichen Fettgewebe. Es gilt letztlich herauszufinden wie man die weißen Fettzellen in braune Fettzellen umwandeln kann. Eine Meister-Lösung konnte bisher noch nicht gefunden werden. Schließlich wird es recht schwierig sein, Zellen die eigentlich Kalorien speichern in Zellen umzuwandeln, die Kalorien verbrennen.

Nationaler Diabetes-Aktionsplan soll gesundes Leben leichter machen

Der Umgang mit Diabetes ist für viele Menschen nach wie vor nicht einfach. Oftmals schämen sich Betroffene für ihre Krankheit. Vor allem aber meiden Diabetes erkrankte Menschen auch zunehmend ihr Umfeld. Vor allem die Angst mit Vorurteilen konfrontiert zu werden bereitet den Betroffenen Sorgen. Schließlich ist es nicht selten, dass Diabetes-Erkrankte zu hören bekommen, dass sie selbst schuld sind. Das ist jedoch alles andere als fair. Fettleibigkeit kann bekanntlich auch genetisch bedingt sein. Zudem macht es uns die Lebensmittelindustrie auch nicht gerade einfach gesund zu leben. Zu groß ist die Verlockung ungesunde, schnell zubereitbare, Mahlzeiten zu konsumieren. Bereits 18 EU Staaten haben daher einen Diabetes-Aktionsplan in das Leben gerufen.

Dieser Plan soll den Menschen helfen ein gesundes Leben innerhalb der Gesellschaft führen zu können. Thomas Danne, Chefarzt am Kinder- und Jugendkrankenhaus auf der Bult in Hannover und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Diabetes-Hilfe, betont dass mit dem Diabetes-Aktionsplan zum einen Ärzte, Politiker und Nahrungsmittelhersteller gebunden werden sollen und zum anderen die Früherkennung vermehrt in den Vordergrund rückt. Schließlich erfährt ein Großteil der an Diabetes erkrankten Menschen von ihrer Erkrankung, wenn diese schon weit voran geschritten ist. Hoher Zucker tut ja bekanntlich nicht weh.

Deutschland hingt bezüglich des Diabetes-Aktionsplans hinterher, betont Danne. Schließlich sei die Bundesregierung nun gefragt, nachdem sich der Bundesrat bereits im Sommer für den nationalen Diabetes Plan ausgesprochen hatte. Danne fordert zudem auch ein zentrales Diabetes-Register: „Wir wissen immer noch viel zu wenig darüber, wie die Leute behandelt werden“.

Im Rahmen des Welt-Diabetes-Tags am 14. November wollen sich die Experten zusammenschließen und weiter über die neue Volkskrankheit der Deutschen aufklären. Sie wollen den Menschen zeigen, wie gut man mit Diabetes leben kann und was es alles zu beachten gilt. Mit einer guten Struktur und einem gewissen Maß an Disziplin ist ein normales Leben durchaus möglich.

Diabetes-Schulungen für Lehrer

Da auch Kinder in jungen Jahren schon an Diabetes Typ 2 erkranken können und hier ebenfalls ein Trend sichtbar ist, sollen Lehrer in Zukunft auch spezielle Schulungen erfahren um mit Erkrankten Kindern besser umgehen und bei einem eventuellen Zuckerschock bestmöglich reagieren zu können. Oftmals fühlen sich Lehrer hilflos unsicher im Umgang mit Diabetes-Erkrankten. Ob eine Schulung jedoch flächendeckend angeboten wird, bleibt bisher noch im Raum stehen. Wünschenswert wäre es jedenfalls.

Quelle: dpa

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