Die dritte Etappe des Volco Ocean Race (VOR), die vom südafrikanischen Kapstadt ins australische Melbourne führt, ist in vollem Gang. Die Yachten durchqueren den selten befahrenen Südpazific, über den wenig bekannt ist. Gibt es dort auch Mikroplastik in Massen wie in unzähligen anderen Meeresregionen? Dabei handelt es sich um winzig Kunststoffpartikel, an die sich Schadstoffe klammern. Meeresbewohner nehmen sie mit ihrer Nahrung auf. Letztlich landen sie in Form von Speisefischen auf dem Teller.


Foto: Jeremie Lecaudey/Volvo Ocean Race.

Flotte Messfahrt über 12.000 Kilometer

Bald werden die Wissenschaftler des Kieler Meeresforschungsinstituts Geomar mehr wissen. Sie haben an Bord der „Turn of Tide on Plastic“, einer der teilnehmenden Yachten, Sensoren installiert, die physikalische und chemische Meeresdaten sowie die Dichte an Mikroplastik erfassen. Insgesamt sind an der 12.000-Kilometer-Etappe sieben Yachten beteiligt. Das Rennen führt rund um die Erde.

Die Segler bevorzugen die windreiche Region südlich des 40. Breitengrades, die von der Handelsschifffahrt kaum genutzt wird. Auch Forschungsschiffe verirren sich selten hierher. Umso größer ist die Freude der beteiligten Forscher. „Wir erhalten so einen einmaligen globalen Datensatz zum Zustand der Weltmeere“, sagt Toste Tanhua aus der Geomar-Abteilung Chemische Ozeanographie.


Es begann mit Sensoren an einem Frachter

Schon auf den ersten beiden Etappen von Alicante nach Lissabon und von Lissabon nach Kapstadt waren die Sensoren im Einsatz. Die Daten, die sie auf diesen vielbefahrenen Routen sammelten, waren weniger wichtig als der Beweis, dass sie unter den rauen Rallye-Bedingungen problemlos funktionieren. Was sie taten. Die Ozeanographen sind in diesem Metier auch keine Neulinge. Vor einigen Jahren bestückten sie bereits ein regelmäßig zwischen Europa und den USA pendelndes Frachtschiff mit Sensoren. Sie maßen unter anderem Kohlendioxid und andere klimarelevante Gase im Nordatlantik.

Ende Dezember am Etappenziel

„Doch Hochsee-Rennyachten sind auf maximale Geschwindigkeit getrimmte Sportgeräte. Wir mussten unsere Geräte für das VOR also deutlich kleiner und leichter bauen“, sagt Geomar-Forscher Sören Gutekunst. Die beim Rennen eingesetzten Instrumente bauten die Kieler Unternehmen SubCtech und bbe Moldaenke. „Die vorläufigen Analysen der Daten und Proben aus den ersten Etappen haben bereits hohe Mikroplastikkonzentrationen gezeigt“ so Gutekunst. „Wir sind sehr gespannt, was wir im Südozean finden werden.“ Ende Dezember werden die Yachten in Melbourne erwartet.

via Geomar

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