Städte auf dem Reißbett zu planen, das hat schon viel länger Tradition als man meinen sollte: Erste Projekte sind bereits aus der Indus-Kultur um 2600 v. Chr. bekannt. Doch die Vorzeichen haben sich deutlich geändert, die Nachhaltigkeit avancierte vielerorts zum zentralen Thema – auch in Deutschland.

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Hamburgs HafenCity besteht nicht nur aus der Elbphilharmonie – bei weitem nicht!

Airport Stuttgart soll einer der nachhaltigsten Flughäfen Europas werden

Der »Fairport« Stuttgart will Vorbild und Erfolgsmodell sein, auf den Flughafenführungen erfahren Besucher, was sich hier in den letzten Jahren alles getan hat: Sie bekommen das Solardach des großen Bosch-Parkhauses zu sehen, werfen einen Blick auf die intelligente Stromtankstelle sowie auf die Lärmmessstelle und dürfen das großflächige Biotop auf den Fildern bestaunen. Auch ökologische Luftfahrtthemen kommen zur Sprache, dabei steht vor allem der Klimaschutz im Fokus. Das SkyPort-Bürogebäude darf sich mit dem Vorzertifikat in Gold der DGNB e.V. (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) brüsten, in ein paar Jahren soll der Airport Stuttgart zu einem der nachhaltigsten Flughäfen Europas werden.

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Auch der Stuttgarter Flughafen will ökologische Geschichte schreiben

Hamburgs HafenCity überzeugt durch Smart-Grid-Lösungen und Lärmschutz

Auch Hamburgs neue HafenCity setzt auf Umweltbewusstsein, zum Beispiel wurde bei der Planung ganz besonders an die Begrenzung der Lärmemissionen gedacht. Sämtliche Gebäude besitzen spezielle HafenCity-Fenster, die den Lärm sogar noch in Kippstellung auf 35 dBH herunterregeln. Auch der Fassadenausrichtung liegt ein Lärmschutzkonzept zugrunde, sie verhindert eine gegenseitige Beschallung. Der individuelle Kraftfahrverkehr soll um bis zu 25 % reduziert werden, als öffentliche Verkehrsmittel sind beispielsweise Wasserstoff-Busse geplant. Das Radfahren möchten die Stadtplaner ebenso fördern wie die Elektromobilität. Regenerative Energie, Fernwärme, Geothermie, Solarthermie und Smart-Grid-Lösungen für Elektroautos sind weitere Stichworte eines Stadtkonzeptes mit Zukunft.

Hannoverscher Stadtteil Kronsberg als frühes Öko-Vorbild

Auch der hannoversche Stadtteil Kronsberg, am ehemaligen EXPO-2000-Gelände gelegen, basiert auf einer umweltbewussten Planung. Niedrige, konventionell gedämmte Gebäude mit kontrollierter Wohnungslüftung und Nahwärmeversorgung aus Blockheizkraftwerken ließen sich hier bereits kurz vor der Jahrtausendwende organisieren. Interessant ist vor allem das Mulden-Rigolen-System zur Regenwasseraufnahme und -abgabe sowie die wassersparenden Sanitärinstallationen.

Eco-Viertel Freiburg: ein ambitioniertes Projekt aus den 90er Jahren

Gehen wir zeitlich noch ein kleines Stück weiter zurück: Das Eco-Viertel Vauban in Freiburg entstand ab 1996 und enthält erste Niedrigenergiehäuser und einige Passivhäuser; 100 sogenannte Plusenergie-Häuser sind mit Solardächern ausgerüstet und versorgen die Siedlung mit Strom. Revolutionär waren damals auch die Vakuumtoiletten und die verwendete Ecosan-Abwassertechnologie, ein kreislauforientiertes System, das auf größtmögliche Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Das Blockheizkraftwerk liefert Nahwärme aus Hackschnitzeln – und das bereits seit vielen Jahren!

Quellen: flughafen-stuttgart.de, nachhaltigkeit.info, hafencity.com, blog.dgnb.de

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