Bei Schussverletzungen und ähnlichen Wunden ist es von entscheidender Bedeutung die Blutung zeitnah zu stoppen. In vielen Kriegsfilmen sind daher Szenen zu sehen, in denen Soldaten versuchen Verbandsmaterial oder andere Stoffe auf die Wunde zu pressen. Diese Vorgehensweise ist aber sehr schmerzhaft für den Verwundeten und stößt bei schweren Wunden an ihre Grenzen. Die US-Armee hat daher eine Alternative entwickeln lassen. Unter dem Namen XStat ist dort inzwischen eine Art Spritze im Einsatz, die mit kleinen Schwämmen gefüllt ist. Diese werden dann unter hohem Druck in die Wunde geschossen und verschließen diese.


Copyright: revmedx
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Chitosanmantel desinfiziert die Wunde

Auf dem Schlachtfeld kommt die Neuentwicklung bereits seit dem vergangenen Jahr zum Einsatz. Die dabei gemachten Erfahrungen waren derart positiv, dass nun auch eine zivile Variante – mit dem Namen XStat 30 – von den US-Behörden zugelassen wurde. In der grundsätzlichen Funktionsweise unterscheiden sich die beiden Versionen allerdings nicht. Die Schwämme bestehen aus Cellulose und sind mit Chitosan ummantelt. Die Ummantelung erfüllt dabei gleich zwei Zwecke: Chitosan tötet Bakterien ab und unterstützt den Wiederaufbau der zerstörten Adern. Die Cellulose wiederum saugt das austretende Blut auf und verschließt im Idealfall die Wunde. Reicht ein Schwamm dabei nicht aus, können einfach weitere in die Wunde geschossen werden.

Jede Spritze kann knapp einen halben Liter Blut absorbieren

Diese können allerdings nicht im Körper verbleiben, sondern müssen nach einer erfolgreichen Behandlung im Krankenhaus wieder entfernt werden. Finden lassen sich die Schwämme dabei mit Hilfe von Röntgenstrahlung. Zum Einsatz kommen soll der XStat 30 vor allem in Krankenwagen und bei Notärzten, die oftmals zuerst an einer Unfallstelle eintreffen. Jede Spritze enthält dabei 92 kleine Schwämme und kann so bis zu einem halben Liter Blut absorbieren. Insgesamt kostete die Entwicklung des XStat vom Prototypen bis zum serienreifen Produkt rund fünf Millionen Dollar und wurde von der US-Armee finanziert.


Via: U.S. Food and Drug Administration

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