Bitcoins sind aktuell mal wieder ein heiß diskutiertes Thema. Diesmal liegt es allerdings nicht an plötzlich verschwundenen Bitcoins oder stark fallenden Kursen. Ganz im Gegenteil: Die Kryptowährung jagt von Rekord zu Rekord und ist inzwischen mehr als 13.000 Euro wert. Viele Experten raten Kleinanlegern aber von einem Investment ab. Denn auch wenn der Kurs aktuell steigt, hat er grundsätzlich mit enormen Schwankungen zu kämpfen. Es handelt sich also um eine extrem riskante Geldanlage. Inzwischen kommt aber noch von einer ganz anderen Seite massive Kritik an den Bitcoins auf: Umweltschützer kritisieren den hohen Stromverbrauch. So wird der jährliche Stromverbrauch für die Erschaffung der Kryptowährung auf 32,4 Terawattstunden geschätzt. Zum Vergleich: Der Jahresverbrauch in Dänemark liegt bei 33 Terawattstunden.


Bild: Bitcoin, Zach Copley, Flickr, CC BY-SA 2.0

In China wird überschüssiger Kohlestrom zur Erschaffung von Bitcoins genutzt

Hintergrund ist der Entstehungsprozess von Bitcoins. Diese werden erschaffen, indem Computer immer komplexer werdende Rechenaufgaben lösen müssen. Zu Beginn war dies noch vergleichsweise einfach und es konnte auch mit dem heimischen Computer noch erfolgreich geschürft werden. Inzwischen wird dafür aber so viel Rechenleistung benötigt, dass spezielle und besonders schnelle Prozessoren genutzt werden müssen. Diese wiederum werden oftmals in eigenen Serverfarmen aufgestellt und müssen dort mit Strom versorgt und gekühlt werden. Beides trägt zur negativen Klimabilanz der Kryptowährung bei. Teilweise hat dies absurde Folgen. So werden viele Bitcoins in der Inneren Mongolei geschürft, weil dort die Kohlekraftwerke starke Überkapazitäten haben und den Strom daher stark subventioniert abgeben.

Die benötigten Rechenoperationen werden immer komplizierter

Anderswo wird allerdings auch Wasserkraft genutzt, was das Klima deutlich weniger belastet. Der Stromverbrauch der Kryptowährung dürfte zudem weiter zulegen. Experten gehen davon aus, dass schon im nächsten Jahr der Energieverbrauch der Vereinigten Staaten erreicht sein könnte. Anhänger der Bitcoins verweisen allerdings auf einen Effekt, der den Stromverbrauch auch wieder senken könnte: Das Mooresche Gesetz. Dieses besagt im Wesentlichen, dass sich die Rechenleistung von Prozessoren regelmäßig verdoppelt. Oder anders ausgedrückt: Für die selbe Rechenleichtung wird dann weniger Energie benötigt. Tatsächlich ist dies bereits zu beobachten. Bitcoin-Schürfmaschinen benötigen heute für die selbe Rechenleistung nur halb so viel Energie wie vor zwei Jahren. Ein Grund zur Entwarnung ist dies aber nicht zwingend: Auch die benötigten Rechenoperationen zur Erschaffung von Bitcoins werden immer komplexer.


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