Bei der Entwicklung von Verbrennungsmotoren sind die deutschen Autohersteller und ihre Zulieferer weltweit führend. Doch diese Kompetenz könnte durch die zunehmende Verbreitung von Elektroautos zukünftig an Bedeutung verlieren. Bei der Produktion der für die E-Autos benötigten Batterien hingegen haben vor allem asiatische Konzerne die Nase vorne. Vor kurzem hat daher sogar die Kanzlerin dazu aufgerufen, auch in Deutschland eine Produktion von Batteriezellen aufzubauen.


Der Zulieferer Continental denkt nun tatsächlich über den Aufbau einer entsprechenden Fabrik nach. Dies bestätigte Unternehmenschef Elmar Degenhart gegenüber der Automobilwoche. Klar ist aber: Diese wird nicht in Deutschland gebaut werden. Der Grund dafür sind nicht etwa die hierzulande vergleichsweise hohen Löhne, sondern die ebenfalls über dem europäischen Durchschnitt liegenden Strompreise.

Der Ladevorgang soll zukünftig deutlich seltener notwendig werden. Via: Gizmag Credit: Shutterstock

In Ungarn und Polen liegen die Energiekosten deutlich niedriger

In diesem Zusammenhang verwies Degenhart auf ähnliche Entscheidungen der Konkurrenz. So haben sich LG und Samsung für Standorte in Osteuropa – Polen und Ungarn – entschieden. Dort liegen die Energiekosten um rund fünfzig Prozent niedriger – wodurch eine profitable Produktion sichergestellt werden kann. Auch dies ist ein Grund, warum die Batterieproduktion hierzulande noch nicht das gewünschte Ausmaß erreicht hat. Daimler baut zwar im sächsischen Kamenz eine große Batteriefabrik. Auch diese wird allerdings auf importierte Batteriezellen setzen und sie lediglich zum fertigen Produkt weiter verarbeiten. Das von Continental geplante Werk wiederum soll erst im Jahr 2024 die ersten Batterien produzieren.

In Europa, Asien und Nordamerika sind Investitionen geplant

Eingeplant ist dafür eine Investitionssumme von drei Milliarden Dollar. Angedacht ist allerdings, die Last auf mehrere Schultern zu verteilen und ein Konsortium zu bilden. Später einmal soll die Kapazität ausreichen, um jährlich rund eine halbe Millionen Elektroautos mit leistungsfähigen Batterien zu versorgen. Die bisher genutzten Lithium-Ionen-Akkus dürften dabei allerdings nicht mehr zum Einsatz kommen. Vielmehr setzt Continental auf sogenannte Solid-State-Batterien. Dafür sind allerdings noch einige technologische Entwicklungssprünge notwendig – vor allem bei den Themen Energiedichte und Herstellungskosten. Langfristig möchte Continental dann weltweit sogar drei Batteriefabriken errichten: Jeweils eins in Europa, Asien und Nordamerika.


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