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Wassermangel: Saudi Arabien kauft Agrarflächen in den Vereinigten Staaten

Der weltweite Handel mit Süßwasser ist ein bisher noch eher wenig beachtetes Phänomen. Dies dürfte vor allem daran liegen, dass das Wasser nicht in riesigen Containern exportiert wird, sondern in Form von Pflanzen. Dabei kommt es immer wieder zu merkwürdigen Konstellationen. So exportiert das eher wasserarme Spanien jedes Jahr große Mengen Süßwasser in das wasserreiche Deutschland – in Form von Orangen und anderem Obst und Gemüse. Auch Saudi Arabien und andere Golfstaaten sind in diesem weltweiten Wasserhandel aktiv. Schon seit längerem ist bekannt, dass die reichen Ölstaaten Ackerflächen in Afrika aufkaufen. Saudi Arabien geht nun sogar noch einen Schritt weiter und erwarb in den Vereinigten Staaten riesige Agrarflächen.

Ein Luzernenfeld wurde abgeerntet und die Heuballen liegen bereit

Vornehmlich werden Luzerne angebaut, die dann als Heu exportiert werden. Foto: Gary D Robson [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Saudi Arabien setzt auf die Schonung der eigenen Ressourcen

Dort sollen Pflanzen angebaut werden, die dann als Tierfutter nach Saudi Arabien exportiert werden. Auf diese Weise werden die Süßwasservorräte der Golfmonarchie nicht belastet. Die Maßnahme fügt sich dabei ein in die Strategie des Landes, die eigenen Umweltressourcen möglichst sparsam einzusetzen. Die saudi-arabische Firma Almarai hat daher zuletzt in den USA zwei größere Flächen gekauft: Zunächst rund sieben Quadratkilometer in Blythe in Kalifornien. Wenig später kamen dann noch mehr als vierzig Quadratkilometer in Vicksburg in Arizona. Die Flächen wurden dabei bewusst ausgewählt: Sie liegen jeweils in Regionen, in denen der Wasserverbrauch nicht stark reglementiert ist.

Amerikanische Farmer fürchten einen Kampf um das Wasser

Insgesamt zahlte die saudi-arabische Firma für diese Agrarflächen achtzig Millionen Euro. Die örtlichen Farmer sind davon allerdings weniger begeistert: „Wir lassen sie hier rüberkommen und unsere Ressourcen aufbrauchen. Das ist sehr frustrierend für mich, insbesondere wenn Einwohner zu mir kommen und mir erzählen, dass ihre Brunnen austrocknen und sie tiefer Bohren müssen, um an Wasser zu gelangen. Es ist für diese Leute sehr teuer, neue Brunnen zu bohren“, so Holly Irwin, einer ihrer Sprecher aus Arizona. Ganz neu ist der Wasserexport allerdings nicht. Auch Japan, Südkorea und China kaufen beispielsweise große Mengen an amerikanischem Heu – besitzen allerdings keine eigenen Agrarflächen.

Via: Digital Journal

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