Noch zu Zeiten der alten Römer wurden in England große Mengen an Wein produziert. Anschließend geriet diese Tradition allerdings in Vergessenheit. Stattdessen etablierten sich vor allem Regionen im Süden Europas als Weinbaustandorte. Dort waren die klimatischen Bedingungen schlicht viel besser. Ein ähnlicher Effekt ließ sich auch in Deutschland beobachten. Einst gab es selbst an der Ostsee Weinstöcke, inzwischen gilt die Linie Bonn-Dresden als Nordgrenze des kommerziellen Weinanbaus. Der von Wissenschaftlern prognostizierte Klimawandel könnte diese Entwicklung nun umkehren. Die englischen Weinbauern jedenfalls sprechen bereits davon, zukünftig schmackhafte Rotweine produzieren und verkaufen zu können.


Via: Phys.org Copyright: Plumpton College
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Bisher wird zumeist Sekt produziert

Schon heute werden in den südlichen Regionen Englands Weinsorten angebaut. Allerdings entsteht daraus vornehmlich Sekt. Einer dieser lokalen Anbauten wurde sogar bereits bei einem Besuch des chinesischen Staatspräsidenten bei der englischen Königin serviert. In ideal verlaufenden Sommern gelingt zudem auch der Anbau von Rotwein. Allerdings sind diese noch eher selten. Dies allerdings könnte sich bald ändern. „Allgemein ausgedrückt, ist der Klimawandel für die englischen Weinbauern ein riesiger Bonus. Er hilft uns, uns zu entwickeln“, erklärt Chris Foss vom Plumpton College. In den letzten Jahrzehnten ließ sich dabei bereits eine Entwicklung erkennen. Die Zahl der Weinbauern ist in den letzten dreißig Jahren von rund einer Handvoll auf über 600 gestiegen.

Klimawandel hilft durch wärmere Sommer und Winter

Die Anbaufläche ist mit rund 2000 Hektar aber noch immer vergleichsweise gering. Zum Vergleich: In Deutschland sind es über 100.000 Hektar. Der Klimawandel könnte den englischen Weinbauern aber nun auf doppelte Art und Weise helfen: Höhere Durchschnittstemperaturen im Sommer verbessern den Reifungsprozess der Trauben, während wärmere Winter helfen, Schäden an den Rebstöcken zu vermeiden. „Wenn die Temperaturen weiter ansteigen, ergeben sich größere Möglichkeiten qualitativ noch hochwertigere stille Weine anzubauen – darunter auch rote Varianten“, erklärt Collette O’Leary, Marketingdirektor eines Weinanbaubetriebs in der Region Sussex.


Via: Phys.org

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