Im Durchschnitt zahlen Verbraucher in Deutschland aktuell 29,2 Cent pro Kilowattstunde für ihren Strom. Zu Beginn des Jahrtausends lagen die Kosten noch bei etwa der Hälfte. Schuld daran sind vor allem die staatlichen Umlagen. So etwa die Entgelte für den Netzausbau und die Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien. Insgesamt sind diese Faktoren heute für rund die Hälfte des Strompreises verantwortlich. Weitere Kostensteigerungen sind in dem Bereich im nächsten Jahr aber eigentlich nicht zu erwarten.


Im Gegenteil: Die Abgaben sinken sogar. So reduzieren sich die Netzentgelte – mit Ausnahme von Baden-Württemberg – in ganz Deutschland um – je nach Region – zwischen zwei und fünfzehn Prozent. Auch die EEG-Umlage fällt geringer aus als in diesem Jahr.

Die Entgelte für den Netzbetrieb und -ausbau sinken im nächsten Jahr zumindest. By Michael Kauffmann (Own work) [CC BY 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Einige Versorger senken sogar die Tarife

Dennoch werden diese Entlastungen nur teilweise an den Verbraucher weiter gegeben. Das Vergleichsportal Verivox beispielsweise hat berechnet, dass lediglich 39 Energieversorger für das nächste Jahr Preissenkungen angekündigt haben – 42 aber sogar mehr Geld verlangen möchten. Auch die durchschnittliche Entlastung fällt mit 2,0 Prozent geringer aus als die Erhöhungen. Diese betragen im Schnitt 2,8 Prozent. Bestätigt werden diese Zahlen durch eine Erhebung des Konkurrenten Check 24, die unabhängig zu ähnlichen Ergebnissen kam. Dies bedeutet: Viele der Kunden in Deutschland müssen im nächsten Jahr mit einer steigenden Stromrechnung rechnen. Zumal einige Versorger ihre Preiserhöhungen auch immer erst im Laufe des Jahres bekannt geben.

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Zuletzt aktualisiert am 16.12.2017

Der Verbraucher könnte für mehr Wettbewerb sorgen

Immerhin: Die vier größten Anbieter haben angekündigt, die Preise stabil halten zu wollen. Wieso aber sinken die Preise nicht, obwohl die Pflichtabgaben der Stromversorger sich im nächsten Jahr reduzieren? Diese Frage stellen sich auch die Verbraucherzentralen. Ihr Urteil: Die Versorger erhöhen schlicht ihre Gewinne auf Kosten der Verbraucher. Diese sind an dem Zustand aber auch selbst nicht ganz unschuldig. Denn heute ist es problemlos möglich, bei einer Preiserhöhung den Vertrag zu kündigen und sich einen günstigeren Anbieter zu suchen. Faktisch wird davon in Deutschland aber noch zu selten Gebrauch gemacht, sodass der Wettbewerbsdruck nicht hoch genug ist.


Via: FAZ

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1 Kommentar

  1. Paul

    21. November 2017 at 01:39

    Am besten Kündigen und den Lieferanten nach einem Bonus fragen. So spart man sich den Wechsel und übt dennoch viel Druck aus.

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