Hubschrauberpiloten, die schwimmende Plattformen anfliegen, können durch Wellen in höchste Not geraten. Dann nämlich, wenn der Landeplatz plötzlich absackt oder, schlimmer noch, ebenso plötzlich ansteigt. Versorger von Wartungs- und Montageschiffen für Offshore-Windparks haben regelmäßig mit diesem Problem zu kämpfen. Aber auch Kapitäne können von hohen Wellen überrascht werden und in Gefahr geraten.


Bild: Waves1, Mark Rasdall, Flickr, CC BY-SA 2.0

Wellen werden herausgefiltert

Künftig sagt ein Radargerät anrollende Wellen voraus, und das mit einer Vorlaufzeit von fünf Minuten. Dazu ist nicht einmal neue Hardware nötig. Wellen erfasst jedes Gerät, das zur Navigation dient. Dass sie dennoch nicht zu sehen sind liegt daran, dass die Hersteller einen Filter eingebaut haben, der die Signale der Wellen so stark dämpft, dass sie kaum noch zu sehen sind. Der Grund: Die Seeleute sollen durch vermeintlich nutzlose Informationen nicht von ihrer eigentlichen Aufgabe abgelenkt werden, Kollisionen zu vermeiden.

Neue Software für alte Radargeräte

Peter Naaijen, an der Technischen Universität Delft in den Niederlanden Wissenschaftler am Hydromechanischen Labor, das sich vor allem mit Schiffstechnik befasst, hat die Wellenmuster wieder hervorgezaubert. „Wir analysieren die Rohdaten mit intelligenten Algorithmen“, so der Delfter Forscher. „Im Grunde nutzen wir ein Abfallprodukt.“ Er rechnet den Wellenlöschfilter einfach weg. Um das Radargerät an Bord zur Wellenprognose nutzen zu können muss also nur eine zusätzliche Auswertesoftware aufgespielt werden.


Bei Aufbau, Wartung und Reparatur von Windparks geht eine Menge Zeit verloren, weil alle Manöver von Schiffen und Hubschraubern aus Sicherheitsgründen ruhen, wenn hohe Wellen drohen. Die können manchmal lange auf sich warten lassen. Mit dem neuen Radar könnten die Pausen viel kürzer sein und sich auf die Zeit beschränken, zu denen tatsächlich so hohe Wellen heranrollen, dass die Arbeiten pausieren müssen.

Eigenes Unternehmen gegründet

Gemeinsam mit einem seiner einstigen Mitstudenten hat Naaijen mittlerweile Next Ocean gegründet, ein Unternehmen, dass die Wellen-Radar-Software vermarkten soll. Die Industrie habe ihn dazu ermuntert, die Erfindung zu einem Produkt weiterzuentwickeln. Dazu zählen Boskalis ,  ein niederländischer Spezialist für Seebaggerei, und Allseas , ein Schweizer Unternehmen, das Unterwasserpipelines verlegt.

 

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