Weltartenschutzkonferenz: Löwen, Elefanten und Reptilien sollen besser geschützt werden

Noch bis morgen tagen Vertreter von 183 Nationen im südafrikanischen Johannesburg auf der Weltartenschutzkonferenz Cites. Bereits jetzt haben die Unterhändler dort einige wichtige Einigungen erzielt. So wird das Verbot des Elfenbeinhandels ausgeweitet, der Handel mit Löwenprodukten teilweise verboten und der Reptilienschmuggel bekämpft. Ziel der Maßnahmen ist es, den Wilderern die Geschäftsgrundlage zu entziehen und so das Leben vieler Tiere zu retten. Denn letztlich war es beispielsweise die starke Nachfrage nach Elfenbein auf dem Weltmarkt, die für den massiven Rückgang der Elefantenpopulation verantwortlich war. Umweltschützer zeigten sich generell erfreut über die bereits getroffenen Vereinbarungen der Konferenzteilnehmer. In einigen Punkten hätten sie sich aber eine deutlich weitergehende Regelung gewünscht.

By M. Disdero (Own work) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Löwenknochen werden teilweise gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesprochen

So wird der Handel mit Löwenknochen beispielsweise zwar grundsätzlich verboten. Dies gilt allerdings nicht für Tiere, die in speziellen Zucht- und Jagdfarmen aufgewachsen sind. Die Erfahrung aus dem Elfenbeinhandel zeigt aber: Nur ein komplettes Handelsverbot kann wirklich für eine Besserung der Lage sorgen. Andernfalls gelingt es den Wilderern immer wieder ihre illegale Ware mit einem legalen Anstrich zu versehen. Die Nachfrage nach Löwenknochen hat in den letzten Jahren massiv zugenommen, weil diesen – ähnlich wie Tigerknochen – verschiedene gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesprochen werden. Vielen Endkunden ist es dabei egal, ob die Knochen von Löwen aus freier Wildbahn oder aus der Zucht stammen.

Der Schmuggel von Elfenbein und Reptilien soll unterbunden werden

Der Handel mit Elfenbein hingegen wurde weiter eingeschränkt. Ein Antrag von Namibia und Simbabwe das internationale Handelsverbot zu lockern wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Stattdessen kam es sogar zu einem gegenteiligen Beschluss: Zukünftig wird auch der nationale Handel mit Elfenbein untersagt. Zudem soll gegen den illegalen Handel verstärkt vorgegangen werden. Erst vor wenigen Wochen wurden beispielsweise bei einem spektakulären Doppelfund in Deutschland insgesamt 1,2 Tonnen verarbeitetes Elfenbein sichergestellt. In der Regel fallen vergleichsweise viele EU-Bürger aber bei einer anderen Art des Schmuggels auf: Dem Reptilienschmuggel. Die Weltartenschutzkonferenz hat daher beschlossen, insgesamt 55 Reptilienarten mit einer höheren Schutzeinstufung zu versehen. Wer solche Tiere nun trotzdem noch einführt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen.

Quelle: CITES