Inmitten unserer Milchstraße, rund 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt, befindet sich das Schwarze Loch Sagittarius A* und umfasst rund vier Millionen Sonnenmassen. Der Durchmesser liegt aber bei gerade einmal 23 Millionen Kilometern. Es ist also eine extreme Vergrößerung notwendig, um etwas so vergleichsweise Kleines über eine solche Distanz beobachten zu können. Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus aller Welt will dies nun trotzdem versuchen und vergleicht ihr Vorhaben mit dem Versuch, eine Grapefruit auf der Mondoberfläche zu erkennen. Möglich wird dies nur, weil zahlreiche Teleskope virtuell zusammengeschaltet werden und so ein neues Riesenteleskop namens Event Horizon Telescop simulieren. Die dabei gesammelten Daten müssen dann noch ausgewertet und zusammengefügt werden, sodass wohl erst 2018 mit einem ersten Bild zu rechnen sein wird.


Bild: Dimitrios Psaltis, University of Arizona

Es wird der Grenzbereich des Schwarzen Loches abgebildet

Das Schwarze Loch selbst ist aber so massekonzentriert, dass es sämtliches Licht aufsaugt und eine Abbildung daher nicht möglich ist. Stattdessen wollen die Forscher den sogenannten Ereignishorizont erfassen. Dabei handelt es sich um den Grenzbereich, indem Licht noch so gerade der immensen Anziehungskraft des Schwarzen Loches entkommen kann. Gewissermaßen wird also kein Foto von Sagittarius A* selbst gemacht, sondern von dessen unmittelbarer Umgebung. Dort befinden sich beschleunigtes Gas und Staub, was nun erstmals auf einem Bild erfasst werden soll. Die beteiligten Wissenschaftler haben dabei eine ungefähre Vorstellung davon, was im Ereignishorizont zu sehen sein wird. Ganz sicher können sie sich aber natürlich nicht sein.

Die Vorbereitungen begannen vor mehr als zwanzig Jahren

Wie kompliziert die Aufgabe, ein Foto vom Ereignishorizont eines Schwarzen Loches zu schießen, tatsächlich ist, zeigt sich an der Tatsache, dass an dem jetzt realisierten Projekt bereits seit rund zwanzig Jahren gearbeitet wird. Um tatsächlich ein Bild zu erhalten, müssen Teleskope aus Nord- und Südamerika, Hawaii, Europa und der Antarktis zusammengeschaltet werden und das Schwarze Loch im Frequenzbereich von 230 Ghz beobachten. Die Aufnahmen sollen dann beispielsweise das „Keine-Haare-Theorem“ beweisen, das besagt, dass Schwarze Löcher vollständig durch Masse, Elektrizität und Drehimpuls charakterisiert sind.


Via: Engadget

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