Der Spritverbrauch von schweren Trucks lässt sich um fünf Prozent senken, wenn sie mit einem System ausgestattet werden, das Forscher an der Königlichen Technischen Universität Stockholm (KTH) entwickelt haben. Es senkt den Luftwiderstand durch elektrisch erzeugte Luftwirbel. In Europa, den USA und in China könnten dadurch 50 Milliarden Liter Sprit eingespart werden. Die massige Front der Lkw schneidet gewissermaßen ein Loch in die Wand aus Luft. Im Bestreben, es wieder zu schließen, entstehen Wirbel entlang der Außenhülle des Fahrzeugs, die es zusätzlich abbremsen. „Ein Weg, den Gegenwind zu bekämpfen, ist die Erzeugung von Wind“, heißt es auf der KTH-Homepage.


Plasma gegen Luftwirbel

Und das geht so: Julie Vernet, die die Forschungsarbeiten leitet, und ihr Team, befestigen flache Wirbel-Generatoren auf der Frontseite des Lkw. Diese bestehen aus zwei Elektroden, zwischen denen eine hohe elektrische Spannung liegt. Diese verwandelt die dazwischenliegende Luft in ein Plasma, das ist ein Gemisch aus positiv und negativ geladenen Atom- und Molekülteilchen. Dieses Plasma erzeugt einen „elektrischen Wind“, so die Forscher. Dieser leitet die Wirbel vom Fahrzeug weg. Dadurch reduziert sich der Luftwiderstand um stolze 20 Prozent, was zu einer fünfprozentigen Spritersparnis führt.


Scania als erster Nutzer?

Statt bremsender Wirbel fließt um das Fahrzeug unter dem Einfluss des „elektrischen Windes“ ein laminarer, also wirbelfreier Luftstrom, der kaum eine bremsende Wirkung hat. Die Generatoren verbrauchen nur wenig Strom. Stärke und Richtung des elektrisch erzeugten Windes passen sich der Fahrgeschwindigkeit an, sodass die Wirbel stets optimal bekämpft werden. An den Forschungsarbeiten ist der schwedische Lkw-Hersteller Scania beteiligt, der zum Volkswagen-Konzern gehört. Dieser könnte somit der erste Nutzer sein.

Quelle/ Bild: KTH

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1 Kommentar

  1. Achmed Khammas

    12. April 2017 at 23:25

    HÖCHST interessant. Und nicht nur als „Technologie an sich“ – sondern vom Ansatz her, Wirbel konstruktiv zu nutzen. Denn daran arbeiten Erfinder, Privatwissenschaftler und Tüftler schon seit Jahrzehnten – ohne ernst genommen zu werden. Die Palette der Betreffenden erstreckt sich von Kelvins „abgelenter“ Wirbelphysik über Steiner, Schauberger und Hacheney (und vielen Anderen) bis zu den zeitgenössischen Forschern, die sich zumeist in dem Arbeitsfeld Wirbel / Energie engagieren.

    Zu den Wirbeln selbst habe ich einiges zusammengetragen – nicht sehr aktuell, aber opulent 😉
    Start hier: http://www.buch-der-synergie.de/d_html/d_11_wirbelstroemung_1.htm

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