Das Gefühl kennt wohl jeder: Wer an regnerischen Herbsttagen unbedingt vor die Tür muss, verflucht oftmals das Wetter und träumt von Urlaub in der Sonne. Genau diesen Moment müssten Reiseunternehmen und Fluglinien eigentlich nutzen, um ihre sonnigen Destinationen zu bewerben. Das allerdings ist gar nicht so einfach. Schlichte Plakatwerbung wird meistens übersehen und nach einiger Zeit gar nicht mehr wahrgenommen. In Hong Kong hat eine Philippinische Fluglinie für dieses Problem eine clevere Lösung gefunden. Wer dort mit gesenktem Kopf durch die Stadt eilt, wird auf dem Bürgersteig den Satz lesen können: „It’ssunny in the Philippines“.
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Flugbuchungen stiegen um ein Drittel

Die Innovation dabei: Die Schrift ist nur zu lesen wenn es regnet. Ein spezielles wasserabweisendes Spray ist bei trockenem Boden unsichtbar, zeigt sich aber sobald es mit Wasser in Berührung kommt. Dann ist neben dem Schriftzug eine Sonne zu sehen und der QR-Code der Fluglinie Cebu Pacific. Fußgänger, die diesen abscannen werden auf die Webseite des Unternehmens geleitet, wo es Sonderangebote für Flüge auf die Philippinen gibt. Finanziell scheint sich die Kampagne für das Unternehmen auszuzahlen. Nach Angaben der Airline legte die Zahl der Flugbuchungen auf der Webseite um 37 Prozent zu. Ein überraschend hoher Wert für diese doch vergleichsweise simple Werbeform.

Hong Kong eignet sich für diese, von der Werbeagentur „Ogilvy Asia“ entwickelte, Kampagne besonders gut, weil es dort während des Monsuns regelmäßig zu heftigen Regenfällen kommt. Traditionell steigen zu dieser Zeit auch die Reisebuchungen in der ehemaligen britischen Kronkolonie. Ein Teil der Urlaubswilligen konnte so dieses Jahr auf die Philippinen gelockt werden. Cebu Pacific ist dabei nicht das erste Unternehmen, das versucht seine Werbekampagne auf das Wetter auszurichten. Im groben Stil passiert dies bei fast allen Modeunternehmen, die logischerweise im Frühjahr ihre Sommerkollektion und im Herbst ihre Winterkollektion bewerben.


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Bereits bekannt: Digitale Reklametafeln mit Wettersensoren

Etwas genauer ging das französische Modeunternehmen „La Redoute“ vor. Dieses brachte unter dem Namen „Le Billboard Météo“ digitale Reklametafeln auf den Markt, die mit Sensoren ausgestattet waren, um den aktuellen Niederschlag und die Temperatur zu messen. Mit Hilfe komplizierter Algorithmen wurde aus diesen Echtzeit-Wetterdaten dann die zu bewerbende Mode bestimmt. Während es regnete bekam man also beispielsweise Regenschirme und Gummistiefel zu sehen. Zudem dienten die digitalen Anzeigen auch als öffentliches Thermometer und zeigten stets die aktuelle Uhrzeit und Temperatur an.

Der Charme der Kampagne der philippinischen Airline liegt allerdings darin, dass sie komplett ohne computergesteuerte Entscheidungsprozesse auskommt. Mit Hilfe einer simplen Schablone wurde die Werbung auf den Bürgersteig gesprüht und erschien dann von ganz alleine zu den gewünschten Wetterbedingungen. Es zeigt sich einmal mehr, dass auch in der Werbung gilt: Technik ist nicht alles. Mit einfachsten Mitteln lassen sich oft die besten Ergebnisse erzielen.

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