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Werk in Sindelfingen: Mercedes ersetzt Roboter durch menschliche Arbeitskräfte

Es scheint ein nicht mehr aufzuhaltender Trend zu sein: Weltweit werden immer mehr Arbeitsprozesse von Robotern übernommen. Eine Studie kam im vergangenen Jahr sogar zu dem Ergebnis, dass 59 Prozent der deutschen Arbeitsplätze durch die Automatisierung bedroht sind. Doch ausgerechnet der deutsche Autobauer Mercedes geht nun den umgekehrten Weg: Im Stammwerk des Unternehmens in Sindelfingen werden neue menschliche Arbeitskräfte eingestellt, die die Arbeit von Robotern übernehmen sollen. Der Grund hinter dieser ungewöhnlichen Maßnahme: Eine zunehmende Individualisierung der Autoproduktion. Die Roboter hatten demnach Probleme die zahlreichen Sonderbestellungen der Kundschaft des Luxusautoherstellers zu erfüllen. Für Mercedes ist es daher günstiger, zukünftig zunächst wieder auf menschliche Arbeitskräfte zu setzen.

Foto: By Борис Ульзибат [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Foto: By Борис Ульзибат [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Bei individuellen Anpassungen hat der Mensch die Nase vorn

„Roboter können mit dem Ausmaß an Individualisierung und den vielen Varianten, die wir heute haben, nicht umgehen“, erklärt Markus Schäfer, Leiter der Produktion in Sindelfingen. „Wir sparen Geld und sichern unsere Zukunft, indem wir mehr Leute einstellen.“ So bietet Mercedes seinen Kunden beispielsweise an, die Autos entweder mit einem beheizbaren oder einem kühlenden Getränkehalter auszustatten. Auch zwischen fünf verschiedenen Radkappen können die zukünftigen Mercedes-Fahrer auswählen. Dadurch aber ist ein grundlegendes Prinzip der Automatisierung nicht mehr erfüllt: Die Fertigungsprozesse sind nicht mehr immer die selben. Somit verlieren die Roboter ihren Vorteil gegenüber menschlichen Arbeitskräften.

Für die Autoproduktion wurde einst das Fließband erfunden

Die Mercedes-Fabrik in Sindelfingen wurde bereits 1915 gegründet. Heute werden dort jährlich rund 400.000 Autos produziert – darunter beispielsweise die S-Klasse des Konzerns. Die Autobranche war lange Zeit ein Vorreiter in Sachen Automatisierung. Das berühmteste Beispiel ist dabei Henry Ford, der für den Ford T Anfang des 20. Jahrhunderts die Fließbandproduktion erfand und so die moderne Massenproduktion ermöglichte. Doch heutzutage scheint zumindest im Luxusbereich der Wunsch der Kunden nach einer individuellen Ausstattung so groß zu sein, dass die reine Fließbandproduktion durch individuelle Anpassungen ergänzt werden muss – eine Aufgabe, die aktuell offensichtlich der Mensch noch immer am besten erledigen kann.

Via: DigitalJournal

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2 Kommentare

  1. David Kummer BGE

    Da bleibt nur die Frage, wie lang es dauert, bis der Professor aus Venedig so weit ist mit seinem Roboter der Pizzas belegen kann! Wenn er das schafft, dann brauchen auch Autobauer extrem weniger Arbeitskräfte!

  2. Der Witz von Industrie 4.0 und der neuen Robotergeneration ist gerade, dass sie flexibel sind. Losgröße Eins, schon mal gehört, Mercedes?

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