WhatsApp Nachrichten und Anrufe ab sofort mit Komplett-Verschlüsselung

Die meisten WhatsApp-Nachrichten dürften von eher belangloser Natur sein und keine brisanten Informationen enthalten. Trotzdem geht ihr Inhalt natürlich nur die jeweiligen Empfänger etwas an. Der Messengerdienst hat daher auf das Bedürfnis vieler Nutzer nach einer sicheren Datenübertragung reagiert und eine sogenannte Ende-zu-Ende Verschlüsselung implementiert. Diese sorgt dafür, dass eine Nachricht ausschließlich vom Sender und vom Empfänger gelesen werden kann – und nicht von unbefugten Dritten und auch nicht von WhatsApp selbst. Einzige Voraussetzung: Beide Nutzer müssen jeweils die neueste Version des Messengers installiert haben. Dann aber wird sämtliche Kommunikation gesichert – beispielsweise auch Gruppenchats oder WhatsApp-Anrufe. Bisher war diese Art der Verschlüsselung nur für Android-Nutzer verfügbar.

Auch WhatsApp-Anrufe sind jetzt mit einer Ende-zu-Ende Verschlüsselung versehen.

Die Arbeiten an der Ende-zu-Ende Verschlüsselung begannen nach der Übernahme durch Facebook

Für die technische Umsetzung hat WhatsApp dabei mit Moxie Marlinspike zusammengearbeitet. Dieser hatte bereits zuvor ein Protokoll zur Verschlüsselung von Nachrichten entwickelt, das beispielsweise bei dem Messenger Signal zum Einsatz kommt und als vorbildlich gilt. Die dabei genutzte Technik wurde nun auch bei WhatsApp implementiert. Was allerdings offensichtlich einiges an Zeit in Anspruch nahm, denn die Zusammenarbeit begann bereits unmittelbar nach der Übernahme von WhatsApp durch Facebook. Eine Besonderheit der bei Signal genutzten Verschlüsselung ist dabei, dass diese auch funktioniert, wenn der Empfänger aktuell gar nicht online ist. Die Kommunikation bleibt dann trotzdem gesichert, bis der Nutzer online kommt und sie entschlüsselt.

Die US-Sicherheitsbehörden dürften von der Verschlüsselung weniger begeistert sein

Diese Form der Ende-zu-Ende Verschlüsselung dürfte allerdings bei den US-Sicherheitsbehörden nicht besonders gut ankommen. Diese verlangen von den Technologieunternehmen immer mal wieder die Herausgabe bestimmter Daten – beispielsweise zur Terrorabwehr. An die Öffentlichkeit gelangte dabei zuletzt die Frage, ob Apple das iPhone eines Terroristen entsperren kann und muss. Geklärt wurde der Fall dabei nicht – die Behörden heuerten stattdessen einen externen Dienstleister an. Da aber auch WhatsApp die verschlüsselte Kommunikation nicht lesen kann, könnte das Unternehmen im Zweifelsfall auch keine Inhalte weitergeben. Totale Sicherheit bedeutet dies allerdings nicht: Die Metadaten – also mit wem und wann kommuniziert wurde – bleiben weiterhin verfügbar. Zudem besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass das Smartphone schlicht beschlagnahmt wird.

Via: WhatsApp