Norsk Hydro ist mit einem Weltmarktanteil von 4,5 Prozent der fünftgrößte Aluminiumproduzent der Welt. Die Produktion des Metalls ist allerdings extrem energieintensiv. Der Konzern hat daher großes Interesse an niedrigen und stabilen Strompreisen. In der schwedischen Region Norrbottens wird daher unter dem Namen „Markbygden“ aktuell Europas größter Onshore-Windpark errichtet. Norsk Hydro wiederum hat für die nächsten 19 Jahre die Abnahme des dort produzierten Stroms garantiert. Dies ist ein gutes Zeichen.


Denn die Betreiber halten sich über die genauen Kosten des in dem Windpark produzierten Stroms noch bedeckt. Die Tatsache, dass damit aber offensichtlich wirtschaftlich Aluminium produziert werden kann, spricht dafür, dass es die Windkraft in Schweden inzwischen durchaus mit fossilen Energieträgern aufnehmen kann.

Mit dem Bau wurde bereits begonnen (Symbolbild).

Die Rotorblätter sind besonders gegen Eisbildung geschützt

Bau und Wartung der Turbinen erfolgt durch die US-Firma General Electric. Die schweren Bauteile werden aber nicht extra über den Atlantik transportiert. Vielmehr wurde die Produktion im niedersächsischen Salzbergen angesiedelt. Dort muss auch eine besondere technische Spezifikation realisiert werden: Um einen möglichst durchgehenden Betrieb zu gewährleisten, werden die einzelnen Rotorblätter mit einem speziellen System zur Verhinderung von Eisbildung ausgestattet. Die Mitarbeiter im GE-Werk in Salzbergen sind aber nicht die einzige deutsche Beteiligung an dem Projekt. Denn auch ein nicht unerheblicher Teil der Investitionssumme stammt aus Deutschland. Federführend dabei: Die Nord LB, die alleine 300 Millionen Euro beisteuert.

Windkraftprojekte könnten Schiffskredite ersetzen

Auch die HSH-Nordbank und die KfW sind an dem Projekt beteiligt. Insgesamt stellt das Bankenkonsortium einen Betrag von 500 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere 300 Millionen kommen von General Electric und dem Finanzinvestor Macquarie. Insbesondere für die beiden deutschen Landesbanken stellt die Beteiligung einen wichtigen Meilenstein dar. Denn beide Anstalten gehörten lange Zeit zu den größten Schifffinanziers der Welt. Weil auf diesem Markt inzwischen aber enorme Überkapazitäten existieren, lässt sich dort kein Geld mehr verdienen. Im Gegenteil: Beide Banken fuhren hohe Verluste ein und mussten vom Steuerzahler unterstützt werden. Die Finanzierung von Windparks könnte nun ein neues und profitables Geschäftsfeld werden. Das Klima profitiert davon ebenfalls: Alleine der neue Windpark in Schweden kann ein ganzes Kohlekraftwerk ersetzen.


Via: MZ

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