Ausgerechnet zur Blütezeit, wenn sich die Bienen in Scharen über die Pflanzen hermachen, sprühen die Landwirte Fungizide und Pestizide auf ihre Rapsfelder. Es ist die beste Zeit für derartige Schutzmaßnahmen. Auch wenn die Mittel unschädlich sein sollen für Bienen: Eine Gefahr für die ohnehin gefährdeten Bestäuber besteht immer. Zudem nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass sich Spuren der Gifte im Honig befinden, den die Bienen einsammeln.


Bildquelle: Universität Hohenheim / Klaus Wallner

Der Sprühkopf sitzt jetzt unten

Mit dem Dropleg-Verfahren, das die Pflanzen ebenso gut schützt wie die bisherige Methode, geraten die Bienen nicht mehr in Gefahr. Entwickelt hat die neue Technik ein Team um Klaus Wallner von der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim in Stuttgart. Der Trick: Die Pflanzen werden nicht mehr wie üblich von oben besprüht, sondern von unten. Die Blüten trifft es dann gar nicht oder in weitaus geringerem Maße als bisher.


Das Die Metzinger Unternehmen Lechler GmbH konstruierte nach den Ideen der Hohenheimer Forscher eine „Unterblütenspritzeinrichtung“. Die Fungizide und Pestizide werden durch Rohre gepresst, die unterhalb der Blüten in Bodennähe einen Schwenk nach oben machen, sodass lediglich die unteren Bereiche der Pflanzen getroffen werden, also genau die Stellen, die von Schadinsekten und Pilzen befallen werden können.

Weniger Schadstoffe in der Luft

Das Julius-Kühn-Institut – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen in Quedlinburg und Berlin hat das Verfahren anerkannt, sodass es bedenkenlos eingesetzt werden kann. Die Mitarbeiter des Instituts bescheinigen Dropleg zudem als „abdriftmindernd“ ein. Das bedeutet, es gelangen weniger Schadstoffe in die Luft. Weil sie an der Austrittsstelle vom Wind kaum erfasst werden.

Nur Vorteile für die Landwirte

Tests auf den Versuchsflächen der Universität Hohenheim auf dem Heidfeldhof und dem Ihinger Hof sowie auf Anbauflächen der Südwestdeutschen Saatzucht, einem Saatguthersteller in Rastatt bei Karlsruhe, zeigten, dass es weniger Kontakt zwischen Bienen und Pflanzenschutzmitteln und weniger Rückstände in Honig und Pollen gibt. Und das ohne Nachteile für die Landwirte: Die befürchteten Schäden an den Pflanzen durch das „Durchkämmen“ der Reihen mit den hängenden Dropleg-Rohren, der Unterblütenspritzeinrichtung, traten nicht ein. Auch vermehrte Ablagerungen der Pflanzenschutzmittel im Boden ließen sich bislang nicht feststellen, da die Blätter unterhalb der Blüten die Mittel auffangen.

 

via Uni Hohenheim

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