Mathieu Flamini ist Mittelfeldspieler bei dem englischen Fußballverein FC Arsenal. Er ist aber auch der Mann, der den Sektor für grüne Energie verändern will. Der Fußballer gab kürzlich bekannt, der Mann hinter der Firma GF Biochemicals zu sein. Das italienische Unternehmen wird Berichten zufolge die erste Firma sein, die im großen Stil die Chemikalie Lävulinsäure produzieren will. Lävulinsäure soll eines Tages jede Form von Öl ersetzen können.


Bild:  Matthieu Flamini, Ronnie Macdonald, Flickr, CC BY-SA 2.0
Bild: Matthieu Flamini, Ronnie Macdonald, Flickr, CC BY-SA 2.0

Lävulinsäure: Chemischer Alleskönner

Lävulinsäure ist ein weißes Pulver, das sehr wasserlöslich ist und aufgrund seiner nur langsam wirkenden Toxizität relativ sicher im Umgang ist. Es handelt sich um eine sogenannte Plattformchemikalie, also eine Chemikalie, die als Basis für viele Produkte verwendet werden kann. Lävulinsäure wurde bereits in der Vergangenheit genutzt, um Kraftstoffe zu produzieren. Jedoch handelte es sich dabei zumeist um Kraftstoffe, die als Additiv zu herkömmlichen Kraftstoffen wie etwa Diesel genutzt wurden.

Erdöl wird nicht nur für die Produktion von Kraftstoffen genutzt, sondern ist generell ein wichtiger Rohstoff in der chemischen Industrie. Alle möglichen Produkte basieren auf Öl – von Plastikflaschen bis zu Sonnencreme. Die Suche nach Ersatzstoffen ist deshalb umso wichtiger. Schon seit längerem konzentriert sich die Forschung auf Lävilinsäure, um daraus alle möglichen Produkte herzustellen, wie etwa Arzneimittel, Plastik, Lösungsmittel, Kosmetika, Geschmacks- und Geruchsstoffe oder Pestizide. Es gibt eine lange Liste mit Anwendungsmöglichkeiten, die Chemikalie hat ein enormes Potential. Diese Flexibilität sorgt dafür, dass Flamini mit der Firma GF Biochemicals in einer starke Position ist, denn sie erlaubt einen schnellen Wechsel zwischen verschiedenen Märkten. Umso mehr Produkte aus einer bestimmten Chemikalie hergestellt werden können, desto größer ist die Auswahl an Märkten, auf denen man sich bewegen kann.


Große Flexibilität

Lävulinsäure hat den großen Vorteil, dass sie aus Holzrückständen und anderen Pflanzenresten gewonnen werden kann. GF Biochemicals gab bekannt, die Säure auch aus Grasschnitt gewinnen zu können. Somit bindet die Herstellung von Lävulinsäure kein Land gebunden. Das so frei bleibende Land kann beispielsweise für den Anbau von Nahrung genutzt werden.

Vorrangig wird die Cellulose der Pflanzen in Lävulinsäure umgewandelt, es kann also so ziemlich jede Pflanze für die Herstellung genutzt werden. Auch in Baumwolle und Papier ist Zellulose enthalten, was bedeutet, dass theoretisch sogar Altpapier oder Altkleidung genutzt werden könnte. Auch dieser Umstand sorgt für Flexibilität, da für die Herstellung der Säure alle möglichen Abfälle verwendet werden können. Es kann also genutzt werden, was gerade verfügbar ist.

Lävulinsäure ist keine Lösung für alle chemikalischen Herstellungsprozesse, könnte aber dabei behilflich sein, die Welt weniger von fossilen Brennstoffen abhängig zu machen, insbesondere von Öl.

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