Die Erneuerbaren Energien nehmen einen immer größeren Anteil am deutschen Energiemix ein. Für das Klima und die Luftqualität ist dies eine gute Nachricht. Es bringt allerdings auch Probleme mit sich. Denn die Stromproduktion ist dadurch deutlich schwankender als in der Vergangenheit – was für die öffentlichen Stromnetze zum Problem werden kann. Daher sind kreative Lösungen gefragt, um den Strom in Zeiten hoher Produktion speichern zu können. Wie dies funktionieren kann, zeigt in Hannover nun eine Kooperation zwischen dem Autobauer Daimler und den Stadtwerken enercity. Dabei werden ersatzweise vorgehaltene Batterien für den Elektro Smart als Energiespeicher genutzt, um Schwankungen im Stromnetz auszugleichen und das Netzmanagement zu vereinfachen.


Foto: Enercity

1.800 Batterien dienen zukünftig der Netzstabilität

Bis zum Beginn des nächsten Jahres soll auf diese Weise eine Kapazität von 17,4 MWh realisiert werden. Der Vorteil dieser Kooperation: Die Batterien werden im Daimler Lager in Hannover-Herrenhausen ohnehin vorgehalten. Insgesamt befinden sich dort 3240 Ersatz-Akkus für den Smart electric drive. 1800 davon werden – bis sie für ihre eigentliche Bestimmung benötigt werden – genutzt, um die Netzfrequenz zu stabilisieren. Die beiden Kooperationspartner gehen davon aus, dass die Energieschwankungen nicht nur ausgeglichen werden können, sondern dies auch weitgehend verlustfrei geschieht. Produziert werden die Batterien von der Daimler-Tochter Accumotive, während das Speichersystem von Mercedes-Benz Energy entwickelt wurde. Die Speicherkapazität wird dann allerdings von enercity genutzt und vermarktet.

Alte Autobatterien werden schon länger als Energiespeicher genutzt

Für Daimler bringt die Zusammenarbeit aber noch einen weiteren Vorteil mit sich: Die Batterien werden so regelmäßig in Betrieb genommen – was sie länger am Leben hält. Geschieht dies nicht, droht auf lange Sicht eine sogenannte Tiefenentladung, wodurch die Batterien ihre Funktionsfähigkeit verlieren würden. Die Leistungsstärke der Batterien soll durch den Einsatz im Dienste der Netzstabilität hingegen nicht abnehmen. Erweist sich das Projekt in Hannover als Erfolg, könnten ähnliche Kooperationen zukünftig auch in anderen Städten realisiert werden. Andersherum funktioniert der Trick übrigens auch: Alte Autobatterien werden bereits seit einiger Zeit genutzt, um etwa bei Windparks die schwankende Stromproduktion auszugleichen und eine weitgehend konstante Einspeisung sicherzustellen.

Via: Enercity


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