Die industrielle Revolution wurde erst durch die großflächige Nutzung der Kohle als Energielieferant ermöglicht. Wenn man so möchte, wurde dadurch die Grundlage für unseren heutigen Wohlstand gelegt. Doch heute gelten Kohlekraftwerke nicht mehr als Monumente des Fortschritts, sondern als Relikte der Vergangenheit. Der Grund liegt vor allem in der schlechten Klimabilanz der Kohlemeiler: Es handelt sich um die mit Abstand klimaschädlichste Form der Energieerzeugung. Die italienische Regierung hat daraus nun die Konsequenzen gezogen. Der Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Carlo Calenda, erklärte den Kohleausstieg bis zum Jahr 2025 zum „politischen Ziel“. Tatsächlich hat diese Ankündigung auch bereits Folgen nach sich gezogen: Der italienische Energiekonzern Enel kündigte kurz darauf an, nicht mehr in neue Kohlekraftwerke investieren zu wollen.


Kohle
In Deutschland gibt es noch immer kein festes Ausstiegsdatum für die Energiegewinnung aus Kohle. Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Wasserkraft ist in Italien die wichtigste nachhaltige Energiequelle

Im Gegenzug sieht der Plan der Regierung massive Investitionen in andere Kraftwerkstypen vor. Insgesamt sollen zwischen 2,3 und 2,7 Milliarden Euro dafür bereit gestellt werden. Allerdings fließt das Geld nicht ausschließlich in Erneuerbare Energien, sondern soll auch für neue Gaskraftwerke verwendet werden. Diese sind zwar deutlich klimafreundlicher als Kohlekraftwerke, aber basieren dennoch auf fossilen Energieträgern. Trotzdem ist Italien beim Ausbau der Erneuerbaren Energien bereits recht weit: Rund 38 Prozent der Stromerzeugung stammen aus nachhaltigen Quellen. Am wichtigsten in diesem Bereich ist die Wasserkraft, kurz vor der Solarenergie und der Windkraft. Atomkraftwerke muss das Land zudem nicht mehr abschalten: Diese wurden in einem Referendum 1987 von der Bevölkerung abgelehnt.

Deutschland ist in der G7 nun in der Minderheit

Italien hat aktuell den Vorsitz der G7 inne. Es ist damit das vierte Land dieses Zusammenschlusses, dass ein konkretes Datum für den Kohleausstieg benannt hat. Neben Italien haben dies auch Frankreich, Großbritannien und Kanada getan. In Deutschland hingegen dürfte dies zu einem Streitpunkt bei den Koalitionsverhandlungen werden. Denn die Grünen haben im Wahlkampf ein konkretes Enddatum gefordert – was FDP und CDU aber ablehnen. Auch in Japan und den Vereinigten Staaten konnte noch kein politischer Konsens in diesem Punkt erzielt werden. Klimaschützer hoffen allerdings, dass von der italienischen Ankündigung nun ein internationales Signal ausgeht. Allerdings hat auch Italiens Regierung auf einen Knackpunkt verwiesen: Der Kohleausstieg kann nur gelingen, wenn gleichzeitig ausreichend Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien genehmigt werden.

Via: Inhabitat


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