VR-Brillen (VR steht für virtuelle Realität) sind Ladenhüter, weil sie schwer und klobig sind. Dabei müssten sie eigentlich Renner sein. Denn sie ermöglichen es, beispielsweise Filme zu sehen, ohne dass man einen Platz für einen Monitor finden muss. Oder in virtuelle Welten eintauchen. Oder sie bei der Wartung vom komplexen Systemen nutzen. Die Bilder erscheinen auf einem Display, das in die Brille integriert ist.


Bild: Claudia Jacquemin

Genau hier ist der Haken. Die Displays, die heute eingebaut werden, sind relativ schwer. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) haben jetzt Abhilfe geschaffen. Sie setzen Displays auf organischen Leuchtdioden (Oled) ein. Diese find leicht und glänzen mit allerhöchster Auflösung und tollen Farben.

Oleds brauchen sehr wenig Strom

Bisher werden meiste Displays eingebaut, die auch in Smartphones stecken, denn sie sind preiswert zu haben. Die Pixeldichte ist allerdings unzureichend. Auch Flüssigkristallsysteme werden eingebaut. Diese haben eine hohe Auflösung, benötigen aber eine Strom fressende Hintergrundbeleuchtung. Oleds dagegen sind äußerst genügsam, was den Strombedarf angeht.


„Unser Ziel ist es, eine neue Generation von Oled-Mikrodisplays zu entwickeln, die ein kompaktes Design der VR-Brillen erlauben und sich durch eine exzellente Bildqualität auszeichnen“, sagt Philipp Wartenberg, Abteilungsleiter am FEP, das im EU-Projekt LOMID für den Entwurf der integrierten Schaltung im Silizium-Chip, das Oled-Prototyping sowie die Gesamt-Projektkoordination zuständig ist. LOMIDs Ziel ist es, eine elegante, leichte VR-Brille zu entwickeln, die höchste Auflösung und Farbtreue bietet und dazu noch kostengünstig herzustellen ist.

Kleines Display mit „full HD“

Das Display hat zwei Ebenen. Die untere ist ein Halbleiter-Bauelement aus Silizium, das die einzelnen Bildpunkte (Pixel) ansteuert. Darauf befinden sich mehrere Lagen von elektronisch aktivem Kunststoff, dessen Pixel leuchten, wenn sie mit Strom versorgt werden. Die Auflösung dieser Displays beträgt stolze 1920 Mal 1200 Pixel. Das entspricht bei Fernsehern „full HD“. Die Bildwiederholfrequenz beträgt 120 Hertz. Das bedeutet, dass Bewegungen äußerst flüssig ablaufen und damit völlig natürlich wirken. Zum Vergleich: Kinofilme kommen auf allenfalls 48 Hertz.

 

via Fraunhofer

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