Vor zwei Tagen wurde der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump für viele völlig überraschend zum 45. Präsidenten der USA gewählt. Über Trump wurde viel geredet und geschrieben. Hier soll es nicht um Trumps latenten Rassismus oder die Tatsache gehen, dass er 200.000 Stimmen weniger erhielt als seine Konkurrentin Hillary Clinton und die Wahl dennoch gewann. Auch der Sexismus, den Trump wiederholt an den Tag legte, ist nicht Gegenstand dieses Artikels. Thema der folgenden Zeilen soll es sein, wie sich die Präsidentschaft Trumps auf den Umwelt- und Klimaschutz auswirken wird. Um es vorweg zu nehmen: Gut sieht es nicht aus.


Foto:  Donald Tump, Gage Skidmore, Flickr, CC BY-SA 2.0
Foto: Donald Tump, Gage Skidmore, Flickr, CC BY-SA 2.0

Trump will aus dem Vertrag von Paris aussteigen

Die USA hat sich unter der Präsidentschaft von Barack Obama verstärkt dem Kampf gegen den Klimawandel gewidmet. Bis zu einem perfekten Engagement ist es noch ein weiter Weg, aber es wurden deutliche Fortschritte gemacht. Während seiner Kampagne machte Trump wiederholt Ankündigungen, die diese Fortschritte nicht nur anhalten, sondern zu nicht unwesentlichen Teilen wieder rückgängig machen würden. Unter anderem gab er bekannt, dass die USA von den Vereinbarungen zurücktreten werde, die auf dem UN-Klimagipfel in Paris getroffen wurden, er die Kompetenzen der Umweltschutzbehörde Environmental Protection Agency (EPA) limitieren werde und er die Fortschritte Obamas in Bezug auf den Clean Power Plan rückgängig machen würde. Trumps Vorstellungen von Energiepolitik könnten der Umwelt in den USA sowie global nachhaltig schaden – selbst dann, wenn er nur vier Jahre im Amt bleibt.

Die Klimavereinbarungen von Paris sind das Ergebnis eines 20-jährigen Prozesses, ihr Abschluss war ein Event von historischer Bedeutung, an dem auch die USA maßgeblich beteiligt waren. Trump kündigte wiederholt an, die USA so früh wie möglich aus den Verträgen befreien zu wollen. Glücklicherweise wird das nicht so einfach sein, wie er es sich unter Umständen vorstellt. Der französische Umweltminister Ségolène Royale wies darauf hin, dass die Vereinbarungen von Paris das Ausscheiden eines Staates in den ersten drei Jahren verbieten und danach eine Ankündigungsfrist von einem Jahr vorsehen. Für die nächsten vier Jahre sind Trump also die Hände gebunden, vorausgesetzt, er hält sich an diese Vereinbarungen, was durchaus bezweifelt werden darf.


Energiepolitik nach Trump: Fracking und Kohle

Diese Tatsache wird Trump aber nicht davon abhalten, alles in seiner Macht stehende zu tun, um die Fortschritte der letzten Jahren in den USA wieder zurückzuwerfen. Er kündigte an, in seiner Amtszeit mehrere Milliarden Dollar einzusparen, die sonst für den Klimaschutz ausgegeben worden wären. Außerdem will er ein „transition team“ bilden, dass die Umweltbehörde EPA umstrukturieren soll. Als Kopf dieses Teams hat er Myron Ebell auserkoren – Mitglied des konservativen Think Tanks Competitive Enterprise Institute und bekennender Leugner des Klimawandels.

In Sachen Energie sind die Pläne Trumps im wahrsten Sinne des Wortes schmutzig. Er sagte wörtlich, die USA brauche „deutlich mehr als Wind- und Solarenergie“. In diesem Zusammenhang plant er die Nutzung von etwas, was er als „saubere Kohle“ bezeichnet. Gleichzeitig ist Trump ein reger Unterstützung von Fracking und herkömmlicher Stein- und Braunkohle.

Nun darf nicht vergessen werden, dass auch Donald Trump in den vergangenen Monaten einen Wahlkampf führte. Wie viele seiner Ankündigungen er umsetzen wird und wie viele rein dazu dienten, Wähler zu fangen, wird sich noch zeigen müssen. Mit einer republikanischen Mehrheit im Senat und im House of Representatives ist ein amerikanischer Präsident, der nicht wirklich an den Klimawandel glaubt, dennoch eine Gefahr für die globalen Umweltbedingungen. Trump geht vielmehr dafür aus, dass die „Geschichte des Klimawandels für die Chinesen ersponnen“ wurde. In einer kürzlich durchgeführten Analyse kam das Unternehmen Lux Research zu dem Schluss, dass unter Trumps Präsidentschaft die USA 3,4 Milliarden Tonnen CO2 mehr in die Atmosphäre entlassen würde wie es der Fall gewesen wäre, wenn Hillary Clinton gewinnen würde.

via Inhabitat.com

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