Wer einen medizinischen Notfall hat, der ruft einen Krankenwagen für den Transport ins Krankenhaus – würde man denken. Eine aktuelle Studie kommt aber zu dem Ergebnis, dass immer mehr Menschen auf die Dienste von Uber ausweichen, statt den Notruf zu wählen. Was im ersten Moment absurd klingt, könnte ein positiver Effekt sein.


 

Foto: By de:Benutzer:Rettungssani [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Uber statt Rettungswagen

In den USA kostet ein Transport zu einem Krankenhaus ohne extensive Rettungsmaßnahmen etwa 1000 US-Dollar. Insbesondere in einem Land wie den Vereinigten Staaten, wo eine Krankenversicherung keine Selbstverständlichkeit ist, ist das ein ganz schöner Brocken. Forscher haben nun die Effekte untersucht, die der Fahrdienst Uber auf die Nutzung von Rettungsdiensten in 766 Städten in 43 US-Bundesstaaten hatte. Das Ergebnis: Auch nach konservativen Schätzungen brach die Nutzung von Rettungsdiensten nach der Einführung von Uber um sieben Prozent ein.


Natürlich kann ein Uber-Fahrer nicht die gleichen Leistungen erbringen, die ein Rettungssanitäter erbringt. Aber die wenigsten Menschen werden Uber anrufen, wenn sie gerade einen Herzinfarkt haben. Generell, so David Slusky, einer der Autoren der Studie und Professor für Wirtschaftswissenschaften an der University of Kansas, sei die Entwicklung positiv zu betrachten, da sie die Rettungsdienste entlaste und so Kosten senke.

Höchstens eine Zwischenlösung

Natürlich sollte es nicht passieren, dass ein Uber-Fahrer zu schweren Notfällen gerufen wird. Eine weitere Gefahr ist, dass nicht jedes Krankenhaus für jede Behandlung ausgerüstet ist. Rettungsdienste wissen dies und transportieren ihre Patienten in das passende Krankenhaus. Uber kann dies nicht leisten.

Bei aller möglichen Kritik sollte man sich aber eher der Ursache dafür zuwenden, dass immer mehr Patienten auf Uber statt auf den Rettungsdienst zurückgreifen: Es ist mehr als problematisch, dass die Nutzung eines professionellen Rettungsdiensts für viele Einwohner der Vereinigten Staaten eine zu große finanzielle Belastung wäre. Auf Uber auszuweichen kann höchstens eine Zwischenlösung sein, die aber kurzfristig dem Rettungssystem zugute kommt.

„If ambulances aren’t used when they’re less needed, that improves response time when they are needed“, so Slusky weiter. Der Forscher schlägt vor, dass es gewinnbringend sein könnte, die Öffentlichkeit besser dafür zu sensibilisieren, in welchen Fällen ein Rettungsdienst unabdingbar ist. Dies kann aber nicht von heute auf morgen passieren, und langfristig muss es das Ziel einer Gesellschaft sein, dass Menschen einen Rettungsdienst rufen können, ohne über die Kosten nachdenken zu müssen.

via Futurism

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