Wieder glücklich: Schildi erhält neuen Panzer aus dem 3D-Drucker

Die Meeresschildkröte, die 2013 in der Nähe eines Kraftwerks im US-Bundesstaat New Jersey gefunden wurde, war schwer verletzt. Vermutlich war sie in den Kühlkanal geraten. Ihr fehlte ein großes Stück des Panzers. In Folge war eine Flosse gelähmt. Pfleger am Birch Aquarium in La Jolla/Kalifornien päppelten sie auf. Der Plan: Sie sollte ein neues Panzerstück bekommen, das die verwundbare Stelle zuverlässig abdeckt.

CT vom Schildkrötenpanzer

Jetzt ist die Schildkröte geheilt. Als sie mit 59 Kilogramm doppelt so viel wog wie zum Zeitpunkt ihrer Bergung beschlossen die Aquariumsmitarbeiter, gemeinsam mit Forschern der University of California im nahe gelegenen San Diego und des Thornton Hospitals in La Jolla den Eingriff. Zunächst wurde der Panzer der Schildkröte in einem Computertomographen (CT) vermessen. Die dort erzeugten digitalen Daten nutzten die Helfer, um mit einem 3D-Drucker ein Panzer-Teilstück aus salzwasserbeständigem weißem Kunststoff herzustellen. Das befestigten sie so auf der Fehlstelle, dass die Bewegungsfähigkeit des Tieres nicht eingeschränkt wurde.

Das Tier soll glücklich sein

Sie könne wieder ganz normal leben, beteuern die behandelnden Helfer. „Das ist wirklich eine Erfolgsgeschichte“, sagt Jenn Nero Moffatt, der im Birch Aquarium als Direktor für das Wohl der Tiere verantwortlich ist. „Es ist unser Ziel, spätere Komplikationen zu verhindern und das Tier so gesund und glücklich zu machen wie es geht.“ Möglicherweise muss der Kunststoffflicken in eine paar Jahren ausgetauscht werden, denn die Schildkröte und ihr Panzer wachsen. Das Tier kann auf ein Gewicht von 120 Kilogramm kommen.

„Ich finde es aufregend, dass wir eine bestimmte Technik auf solch einmalige Weise nutzen können“, sagt Moffatt. Jetzt könne die Schildkröte ihre Rolle als Botschafterin für die Bedeutung des Erhalts der Tierwelt weiter spielen und die jährlich 450.000 Besucher von der Notwendigkeit überzeugen. Das Birch Aquarium ist nicht nur ein Besuchermagnet. Es widmet sich dem Schutz bedrohter Meeresbewohner und der Rehabilitation verletzter Tiee.



via: university of california