In den letzten Jahren kannte die Entwicklung in Sachen Windrädern nur eine Richtung: Diese wurden immer größer, weil dies der einzige Weg war, den Energieertrag pro Anlage zu steigern. Diese Entwicklung lässt sich aber nicht ewig fortsetzen. So wird es immer schwieriger die Einzelteile zu transportieren und vor Ort zusammenzubauen. Auch Fragen des Landschaftsschutzes werden nicht einfacher, je größer die Windräder werden. Eine Alternative stellen dabei Offshore-Anlagen weit vor der Küste dar – diese bringen aber neue Probleme mit sich. Die dänische Firma Vestas hat daher nun ein uraltes Konzept recycelt: Eine Windkraftanlage mit vier vergleichsweise kleinen Rotoren, die neben- und übereinander saubere Energie produzieren.


Copyright: Vestas
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Die erste Testanlage nutzt noch recycelte Rotoren

Entsprechende Pläne wurden bereits in den 1930er Jahren erstmals entworfen, allerdings nie in die Tat umgesetzt. Dies möchte der Konzern nun ändern. Die Testanlage hat dabei eine Höhe von 74 Metern, wobei die unteren Rotoren 29 Meter über der Erde befestigt sind und die oberen 59,5 Meter. Die einzelnen Rotoren besitzen einen Durchmesser von 29 Metern – und sind teilweise nur anderthalb Meter voneinander entfernt. Neu dabei ist in erster Linie die Konstruktion, die grundlegende Technik hingegen ist bereits vorhanden. So handelt es sich bei den vier Rotoren um bereits konventionell zum Einsatz gekommene Anlagen, die nun wieder aufbereitet wurden.

Die Forschung steht aktuell noch ganz am Anfang der Entwicklung

Bisher handelt es sich allerdings lediglich um eine Testanlage und nicht um ein kommerzielles Produkt. So wollen die Entwickler verschiedene Aspekte zunächst näher verstehen, bevor sie die Zukunftsfähigkeit der Technik genauer beurteilen können. Dazu gehört beispielsweise die Stabilität der Konstruktion oder die Art und Weise wie sich die einzelnen Rotoren gegenseitig beeinflussen. Für die Entwickler dabei besonders spannend: Da bisher noch niemals eine solche Anlage tatsächlich gebaut wurde, fangen sie mit ihrer Forschungsarbeit quasi bei null an. Bisher gibt es auf dem Gebiet der vierrotorigen Windkraftanlagen jedenfalls noch keinerlei Erfahrungswerte. Grundsätzlich hat die Technik aber das Potential, den Energiegewinn von Windkraftanlagen zu steigern – ohne immer größere Rotoren bauen zu müssen.


Via: Cleantechnica

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