WindLab: Oldenburger Windkanal revolutioniert die Windkraftforschung

Windräder produzieren in aller Regel konstant und vergleichsweise zuverlässig Strom. Doch damit ist das Verbesserungspotential der Technik natürlich noch lange nicht ausgeschöpft. Gerade bei Windkraftanlagen auf hoher See lernen die Ingenieure noch immer täglich dazu, was das Zusammenspiel zwischen Wind und Windkraftanlage angeht. Wissenschaftler in Oldenburg können die Bedingungen, die auf rauer See herrschen, nun allerdings auch im Windkanal an Land simulieren. Dies erleichtert die Forschungs- und Entwicklungsarbeit, senkt die Kosten und sollte langfristig zu zahlreichen Innovationen führen. Errichtet wurde der moderne Windkanal an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Die Baukosten von rund zwanzig Millionen Euro teilten sich die Bundesregierung und das Land Niedersachsen. Neben Forschern der Universität dürfen auch Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts und der Max-Plank-Gesellschaft die neue Anlage nutzen.

Die Ergebnisse der Tests im Windkanal sind vergleichbar

Der Vorteil des neuartigen Windkanals besteht darin, dass dort Winde simuliert werden können wie sie auch in der Natur vorkommen. Dies ist bei klassischen Windkanälen – wie sie beispielsweise Formel 1-Teams nutzen – nicht der Fall. Dort geht es vor allem um die Auswirkungen des Fahrtwinds und die dadurch entstehenden Turbulenzen. Dies spielt bei einem fest installierten Windrad aber natürlich keine Rolle. Stattdessen können in Oldenburg nun gezielt Windwirbel geschaffen werden, um daran dann verschiedene technische Ansätze zu erproben. Der Clou dabei: Die windtechnischen Voraussetzungen bleiben stabil, sodass die Ergebnisse vergleichbar sind und die am besten funktionierenden Ansätze dann weiter verfolgt werden können.

Im WindLab arbeiten Forscher interdisziplinär zusammen

Idealerweise ergibt sich nun ein dreigliedriges Forschungssystem, das auf Daten von Computersimulationen, Tests im Windkanal und den Erfahrungen der real existierenden Anlagen beruht. Auf diese Weise könnte es zeitnah gelingen, die Effizienz von Windparks weiter zu steigern und so die Strompreise für alle Kunden zu senken. Außerdem können technische Probleme im Idealfall frühzeitig erkannt werden, was ebenfalls Kosten spart. Denn es ist deutlich günstiger, bereits im Windkanal auf eine Schwachstelle zu stoßen als diese später auf hoher See entdecken und ausbessern zu müssen. Rund um den Windkanal wurde zudem das sogenannte WindLab installiert. Dabei handelt es sich um ein interdisziplinäres Forschungszentrum, an dem Physiker, Meteorologen, Ozeanographen und Ingenieure gemeinsam nach Lösungsansätzen suchen.

Via: Universität Oldenburg