Windräder sind nicht überall gern gesehen, Kritiker sprechen von einer »Verspargelung der Landschaft«, Tierschützer weisen auf die Gefahr für Vögel hin. Doch neben der sauberen Energieproduktion haben Forscher nun Hinweise auf einen weiteren Nutzen entdeckt.


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Windräder verwirbeln Luftschichten und verändern das Mikroklima am Boden

Luftturbulenzen verändern das lokale Mikroklima

Landwirte, die auf ihren Feldern Windräder errichten, profitieren offensichtlich nicht nur von der erwirtschafteten Energie, sondern sie können auch einen weiteren Nutzen aus den weißen Riesen ziehen: Die gigantischen Rotorblätter verändern das lokale Mikroklima und lassen dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit bestimmte Nutzpflanzen besser wachsen. Neueste Studien der Iowa State University, veröffentlicht im Journal of Geophysical Research, berichten davon, dass durch die hervorgerufenen Luftturbulenzen mehr CO2 in Bodennähe gelangt. Außerdem erfolgt durch die Rotation eine nächtliche Erwärmung sowie eine sanfte Kühlung am Tag. Weit verbreitete Nutzpflanzen wie Mais und Sojabohnen könnten von diesen Bedingungen profitieren. Die Windräder mildern oder verhindern außerdem Bodenfrost und blockieren die Ausbreitung von Pilzen.

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Mais und Sojabohnen profitieren wahrscheinlich von Windrädern

Manche Pflanzen benötigen kühle Nächte und wenig CO2

Die positiven Wachstumseffekte auf die Pflanzen sind allerdings noch nicht wissenschaftlich erwiesen, werden aber von den Forschern erwartet, weil alle Studienergebnisse dafür sprechen. Allerdings besitzen nicht alle Nutzpflanzen dieselben Vorlieben, bei zu viel CO2 werden manche Früchte beispielsweise toxisch, und bestimmte Bäume benötigen kühle Nächte, um gute Erträge zu bringen. Darum scheint es sehr wichtig, darauf zu achten, welche Pflanzenarten in der unmittelbaren Nähe von Windfarmen angebaut werden, um wirklich von den gemischten Luftschichten zu profitieren und keine unverhofften Abstriche hinnehmen zu müssen. Einen handfesten Nachweis zum positiven Effekt auf bestimmte Nutzpflanzen zu erbringen, gestaltet sich allerdings schwierig, da die allgemeinen Umweltbedingungen sehr komplex sind und die genauen Ursachen für verbessertes Wachstum nicht immer genau zu erkennen.


Quelle: iflscience.com

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