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Wissenschaftler bauen eine leistungsfähige Batterie aus Schrott und Waschmittel

Durch den zunehmenden Ausbau der Erneuerbaren Energien steigt weltweit auch die Nachfrage nach innovativen Speichermöglichkeiten. Im besten Fall sollten die Batterien dabei kostengünstig zu produzieren sein, die Umwelt nicht zu stark belasten und eine Vielzahl an Ladezyklen aushalten können. Forscher der US-Universität Vanderbilt scheinen in diesem Zusammenhang nun eine interessante Entdeckung gemacht zu haben: Sie konstruierten einen Stahl-Messing-Akku aus altem Schrott und etwas herkömmlichen Waschmittel. Die so hergestellte Batterie konnte dann immerhin eine Zellspannung von 1,8 V abgeben und besaß eine Energiedichte von 20 Wh/kg. Außerdem sollen bis zu 5000 Ladezyklen möglich sein, bevor die Batterie ausgetauscht werden muss. Theoretisch ließen sich so große Mengen an Schrott als Energiespeicher nutzen.

Foto: Daniel Dubois / Copyright Vanderbilt University

Foto: Daniel Dubois / Copyright Vanderbilt University

Eine Oxidschicht auf dem Metall entwickelt die Speicherfähigkeit

Die Forscher kreierten dabei auf der Oberfläche des Aluminiums eine Netzstruktur aus Metalloxiden in Nanometer-Größe. Möglich wird dies, indem mithilfe klassischer Haushaltschemikalien eine Oxidschicht auf dem Metall aufgebaut wird. Die Netzstruktur ist dann in der Lage, Energie zu speichern und bei Bedarf wieder abzugeben. Der vergleichsweise einfache Aufbau und die hohe Verfügbarkeit der benötigten Rohstoffe sorgen dafür, dass der Stahl-Messing-Akku zumindest theoretisch bestens geeignet ist, um Energie aus Erneuerbaren Quellen zu speichern und so die starken Produktionsschwankungen auszugleichen. Wird die Batterie dabei einmal täglich auf- und wieder entladen, liegt ihre Lebensdauer bei mehr als fünf Jahren.

Die Batterie lässt sich auch zu Hause nachbauen

Die beteiligten Wissenschaftler wollen das grundlegende Konzept nun weiter entwickeln und daraus ein gebrauchsfertiges Produkt machen. Das langfristige Ziel ist aber nicht ausschließlich die Kommerzialisierung der Entdeckung. Vielmehr scheinen die Forscher auch die sogenannte „Maker-Bewegung“ im Blick zu haben. Diese versucht, möglichst auf industriell gefertigte Produkte zu verzichten und die meisten Dinge in Eigenregie zu bauen. Der nun entwickelte Stahl-Messing-Akku ist dabei bestens geeignet, um auch in den eigenen vier Wänden nachgebaut zu werden. Ziel der Forscher ist es also nicht ausschließlich, ein fertiges Produkt auf den Markt zu bringen, sondern vielmehr auch eine möglichst effiziente Anleitung für den Nachbau zu Hause zu entwickeln.

Via: Vanderbilt

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