Der Aufbau unseres Planeten ist größtenteils bekannt. Allerdings handelt es sich weitestgehend um theoretische Erkenntnisse. In der Praxis wurde die äußere Erdkruste noch nie durch Bohrungen durchbrechen, um Erkenntnisse über den darunter liegenden Erdmantel zu erlangen. Dies soll sich bald ändern.


JOIDES_Resolution,_2009
Die JOIDES Resolution soll die erste Phase des Projekts durchführen. Foto: IODP

Der Traum vom Bohren in den Erdmantel

Auf Landmassen ist die Kruste der Erde sehr dick. Erst nach ca. 35 km beginnt der sogenannte äußere Mantel. Entsprechende Bohrungen sind beim aktuellen Stand der Technik so gut wie nicht umsetzbar. Es gibt allerdings eine Gegend namens Atlantis Bank im Indischen Ozean, in dem der äußere Mantel unter der Kruste angeschwollen sein und so besser erreichbar sein soll. Ein Projekt namens SloMo (Slow Spreading Ridge Moho project) möchte die Erdkruste an dieser Stelle durchbrechen.

Das Projekt sick in mehreren Phasen stattfinden. Momentan ist ein Schiff namens “JOIDES Resolution” (Joint Oceanographic Institutions for Deep Earth Sampling) auf den Weg in die Bohrzone. Dort wird das Schiff versuchen, bis in eine Tiefe von 1,5 km zu bohren. Die Mission findet unter der Leitung von Professor Chris Macleod von der Universität Cardiff sowie Henry Dick vom Woods Hole Oceanographic Institution in Massachusetts statt und ist nur der Beginn des Bohrunterfangens. In den 2020er Jahren möchte das Team mit einem weiteren Bohrschiff, der Chikyu, erstmals in den Erdmantel vordringen.


We live on this Earth and we ought to know something about what happens beneath us”, erläutert Walter Munk, ein Ozeanograph der Scripps Institution of Oceanography in La Jolla, Kalifornien. Unter Munks Leitung fand 1961 das Project Mohnöle statt, ein ähnliches Unterfangen, das jedoch scheiterte.

Nachweis von Mikroben in tiefen Schichten

Das SloMo-Projekt wird vom International Ocean Discovery Program (IODP) durchgeführt. Der Name rührt übrigens daher, dass die Erdkruste von dem äußeren Mantel durch eine Schicht namens Moho getrennt wird. In der Bohrzone soll der Mantel allerdings über dem Moho liegen, in einer Tiefe von 2,5 km.

Die erste Mission soll lediglich in die Kruste bohren und dort Proben entnehmen, aber ab 2018 sollen weitere Missionen stattfinden, die tiefer vordringen sollen. Ein Hauptziel des Projekts ist der Nachweis von Mikroben in den tieferen Schichten. Die erste Mission des Projekts soll bis Ende Januar des nächsten Jahres andauern.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.