Philip Anschutz hat in den 1960er Jahren die Ölfirma seines Vaters geerbt und daraus ein Milliardenimperium gemacht. Schon früh investierte er auch in Grundstücke und Immobilien. So gehört ihm heute beispielsweise die Mercedes-Benz-Arena in Berlin – und das dort spielende Eishockey-Team der Eisbären Berlin. Politisch ist der Milliardär zudem als konservativer Republikaner bekannt. So wird ihm immer wieder vorgeworfen, Kampagnen gegen Homosexuelle finanziell zu unterstützen. Was das Geschäft angeht, scheint Anschutz allerdings deutlich weniger dogmatisch zu sein: Er plant, im US-Bundesstaat Wyoming den größten Windpark der Vereinigten Staaten zu errichten. Mehr als 1.000 Turbinen sollen dort in Zukunft für saubere und nachhaltige Energie sorgen. Voll ausgebaut wird der Windpark ausreichend Strom produzieren, um theoretisch Los Angeles und San Francisco komplett zu versorgen.


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Der Niedergang der Kohleindustrie sorgt in Wyoming für Probleme

Das Investment symbolisiert gleich in doppelter Art und Weise einen Zeitenwechsel: Zum einen, weil ein durch Öl reich gewordener Milliardär nun offenbar die Erneuerbaren Energien für das lukrativere Geschäftsfeld hält. Zum anderen aber auch, weil damit die Transformation innerhalb Wyomings verdeutlicht wird. Denn der Bundesstaat gehört traditionell zu den größten Kohleproduzenten der Region. Was lange für einen gewissen Wohlstand sorgte, wird inzwischen allerdings zum Problem. Denn der Niedergang der Kohleindustrie hat zahlreiche Arbeitsplätze vernichtet und den Bundesstaat in eine finanzielle Schieflage befördert. Schon heute erhebt Wyoming daher eine Steuer auf produzierte Windenergie – als einzige Region in den Vereinigten Staaten überhaupt.

Steuererhöhungen gefährden Investitionen in Erneuerbare Energien

Doch das Geld reicht noch immer nicht. Einige Abgeordnete haben daher sogar dafür plädiert, die Steuer noch weiter anzuheben: Von aktuell einem Dollar pro produzierter Megawattstunde auf drei oder sogar fünf Dollar. Eine solche Maßnahme könnte allerdings zum Bumerang werden. Zwar eignen sich viele Gebiete in Wyoming besonders gut für Windräder, weil dort zuverlässig ein kräftiger Wind weht. Die Investitionen in Windparks rechnen sich aber erst nach vielen Jahren. Für die Geldgeber sind daher stabile politische Rahmenbedingungen von entscheidender Bedeutung. Regelmäßig steigende Abgaben wären somit Gift für die weitere Entwicklung des Windkraftsektors in Wyoming. Bisher war es nicht zuletzt Philip Anschutz, der mit seinem politischen Einfluss eine Erhöhung der Steuer verhinderte.


Via: Inhabitat

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