Die NASA hat vor einigen Jahren ihre Strategie verändert. Lange Jahre hatte die US-Behörde innerhalb des eigenen Landes quasi ein Monopol auf Flüge in den Weltraum. Inzwischen konzentrieren sich die Experten aber vor allem auf komplizierte Projekte und überlassen viele Routineaufgaben privaten Firmen. Am bekanntesten ist dabei die Firma SpaceX von Elon Musk. Diese bringt nicht nur Satelliten ins All, sondern übernimmt auch Versorgungsflüge zur internationalen Raumstation.


Parallel dazu hat sich aber auch eine lebhafte private Raumfahrtindustrie entwickelt, die unabhängig von der NASA arbeitet. So will Amazon-Boss Jeff Bezos in Zukunft auch mit privaten Flugreisen in den Weltraum Geld verdienen. Doch nicht alle privaten Raumfahrtunternehmen sind auch erfolgreich.

Der Raumgleiter Lynx bleibt wohl unvollendet. Bild: Xcor Aerospace

Die Entwicklung eines Raketenantriebs war die letzte Hoffnung

Neuestes Beispiel: Die Firma Xcor Aerospace. Bereits im Jahr 1999 gegründet, arbeitete das Unternehmen an einem Raumgleiter namens Lynx. Doch obwohl die technische Entwicklung enorm erfolgsversprechend verlief, musste das Projekt bereits im vergangenen Jahr eingestellt werden. Die Mitarbeiterzahl wurde im Zuge dessen zudem um rund die Hälfte verringert. Hoffnung setzten die Unternehmenslenker anschließend in die Entwicklung eines Raketentriebwerks. Als der anvisierte Kunde – die United Launch Alliance – sich allerdings für einen anderen Zulieferer entschied, war Xcor Aerospace am Ende. Das börsennotierte Unternehmen meldete Insolvenz an. Der ehemalige Firmenboss Jay Gibson hat allerdings rechtzeitig den Absprung geschafft: Er wechselte im Juni ins US-Verteidigungsministerium.

Die technischen Entwicklungen des Unternehmens kommen unter den Hammer

Für die restlichen Mitarbeiter und die Aktionäre des Unternehmens bedeutet die Pleite allerdings einen erheblichen Einschnitt. Ganz wertlos ist die Firma aber nicht. Denn die Entwicklungsabteilung galt als sehr renommiert und erfolgreich. So existieren noch zahlreiche Baupläne, Prototypen und Patente. Diese dürften nun versteigert werden – und bei den anderen privaten Raumfahrtunternehmen reges Interesse wecken. Das eingenommene Geld wird dann verwendet, um zumindest einen Teil der Verbindlichkeiten von Xcor Aerospace zu decken. Drei der Gründer – Jeff Greason, Dan DeLong und Aleta Jackson – haben zudem bereits im Jahr 2015 ein neues Unternehmen gegründet: Agile Aero ist von der Pleite nicht betroffen.


Via: Space News

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