Studenten der Birmingham City University haben mit dem XploR Cane einen Blindenstock entwickelt, der in der Lage ist Gesichter bekannter Menschen, etwa aus den Reihen der Familie oder aus dem Freundeskreis, aus einer Distanz von bis zu 10 Metern zu identifizieren. Mittels haptischen Feedbacks oder einem akustischen Signal wird dem sehbehinderten Menschen mitgeteilt, dass sich ein bekannter Mensch in der Nähe befindet.


Xplor
XploR Blindenstock Bild via Birmingham City University

Sehender Blindenstock erkennt Gesichter

Moderne Technologien machen zum Glück auch nicht vor unersetzbaren Alltagshilfen, wie etwa Blindenstöcken, Halt. Was in modernen Smartphones, Datenbrillen und Co zum Einsatz kommt, hilft schließlich auch Menschen mit Defiziten mehr Lebensqualität zu ermöglichen. XploR wurde von Steve Adigbo, Waheed Rafiq und Richard Howlett entwickelt. Auf dem ersten Blick ist der Blindenstock nicht weiter auffällig. Im Kern schlummert jedoch eine sensationelle Technologie, die eine sinnvolle Weiterentwicklung bereits existierender Funktionen darstellt. Der Stock ist schließlich in der Lage Gesichter nahe-stehender Familien-Mitglieder und Freunde zu erkennen. Dafür werden die Bilder, samt biometrischer Daten, einfach auf eine SD-Karte geladen, die wiederum im Blindenstock ein Plätzchen findet. Mit Hilfe der auf der SD-Karte befindlichen Bilder, kann der XploR mittels Kamera die Gesichter der Menschen in der unmittelbaren Umgebung abgleichen und bei Übereinstimmungen darauf hinweisen. Das Ganze passiert zum einen über ein haptisches Feedback, schließlich beginnt der Blindenstock dann zu vibrieren. Zum anderen bekommt der Nutzer per Bluetooth-Übertragung auf das Ohr mitgeteilt um welche Person es sich handelt und kann dann entscheiden ob verbal die Kommunikation hergestellt werden soll oder nicht.

Da es sich bei der eingesetzten Technologie um einfache Smartphone-Komponenten handelt, die seit Jahren schon auf dem Markt verfügbar sind, sollen sich die Kosten für den neuen XploR-Blindenstock in Grenzen halten. Der XploR wird in der Folge noch im Rahmen einer umfangreichen Studie getestet  und alsbald auch auf den Markt kommen.


Züricher Entwickler setzen auf ähnliche Technologie

Mit der Entwicklung des „Blind Cane“ hat die Züricher Hochschule der Künste in der Vergangenheit bereits auf sich aufmerksam gemacht. Es handelt sich dabei ebenfalls um einen intelligenten Blindenstock, der mit moderner Smartphone- und Kamera-Technologie ausgestattet ist. Der Stock ist in der Lage speziell gesuchte Objekte, wie etwa eine Parkbank oder eine Treppe in der näheren Umgebung ausfindig zu machen. Es handelt sich den Erfindern zufolge technisch ausgedrückt um einen Blindenstock:“mit integrierter elektronischer Orientierungshilfe (ETA – electronic travel aid) bestehend aus einer 3D-Kamera und einer haptisch-akustischen Schnittstelle zum Benutzer“. Das Schöne an dieser Technologie ist, dass die Orientierungshilfe bei Bedarf auch vom Stock entfernt und separat genutzt werden kann. Eine ähnliche Technologie haben wir vor Kurzem erst mit dem am Massachusetts Eye and Ear Institut entwickelten portablen Kollisionssystem vorgestellt.

Portables Kollisionssystem im Video

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