Zahnpflege: Wissenschaftler entwickeln eine Impfung gegen Karies

Regelmäßige Zahnarztbesuche sind ein unabdingbarer Teil von guter Zahnpflege. Mindestens einmal im Jahr sollte der Zahnarzt aufgesucht werden – auch wenn wohl kaum jemand gerne hingehen wird. Chinesische Forscher arbeiten an einer Impfung, die den Zahnarztbesuch zwar nicht ersetzen kann, aber einen wesentlichen Teil zur Zahngesundheit beitragen kann.

Karies-Impfstoff erzeugt vielversprechende Ergebnisse

Forscher des Wuhan Institute of Virology (WIOV) der Chinese Academy of Sciences arbeiten unter der Leitung von Yan Huimin an einem Impfstoff, der dem Zahnverfall vorbeugen soll. Vor allem soll die Impfung in der Lage sein, Karies zu verhindern. Dabei kommt ein sorgsam ausgewählter Proteinmix zum Einsatz.

Hinter Karies steckt das Bakterium Streptococcus mutans (S. mutans). Im Rahmen von früheren Forschungsprojekten versuchten die Forscher, einen Kariesschutz zu entwickeln, indem sie bestimmte Proteine des S. mutans Bakteriums mit Proteinen des E. Coli Bakteriums kombinierten. Diese Methode schützte zwar erfolgreich vor Karies, führte aber zu zahlreichen unerwünschten Nebenwirkungen.

Um die Nebenwirkungen zu verringern, entwickelten die Forscher die Protein-Kombination KFD2-rPAc und daraus folgend einen Impfstoff-Prototyp. Dieser wurde in Versuchen mit Mäusen erprobt und zeigte sowohl prophylaxische als auch therapeutische Effekte. Der entwickelte Impfstoff zeigte die vielversprechenden Erfolge der ersten Methode, ohne die gleichen Nebenwirkungen zu haben.

Die Welt leidet unter Karies

Karies ist ein globales Problem – selbst in Industrieländern mit vergleichsweise gutem Gesundheitssystem ist die Karies-Rate relativ hoch. Entsprechend hoch ist auch die Anzahl an Menschen, die von einem Impfstoff gegen Karies profitieren könnten.

Bevor ein solcher Impfstoff aber erhältlich ist, muss er noch zahlreiche Studien durchlaufen. Nach der Zulassung hätte er aber das Potential, Millionen von menschen zu helfen.

Vor allem Menschen in Entwicklungsländern und abgelegenen Gegenden, die nicht in den Genuss von guter medizinischer Versorgung kommen, könnten von dem Impfstoff profitieren.

Dennoch wird der Impfstoff nicht in der Lage sein, gute und konsequente Zahnpflege zu ersetzen. Das soll er auch gar nicht. Vielmehr soll er ein spezifisches Problem bekämpfen, unter dem ein nicht unbeträchtlicher Teil der Weltbevölkerung leidet.

via Wuhan Institute of Virology