Im Wettlauf mit SpaceX und Blue Origin, die sich auf Recycle-Raketen spezialisiert haben, stürzen sich Bremer Studenten auf alternative Treibstoffe. Die Zephyr-Rakete wird mit Kerzenwachs angetrieben und sollte gestern den Jungfernflug absolvieren. Aufgrund widriger Witterungsverhältnisse musste der Start auf heute verschoben werden. Die Umwelt-Rakete soll durch ein Gemisch aus Paraffin und flüssigem Sauerstoff genügend Schub erhalten, um 4000 Meter hoch zu fliegen und dabei vierfache Schallgeschwindigkeit zu erreichen.


Bild: Zentrum für Raumfahrttechnologie Bremen, ZARM
Bild: Zentrum für Raumfahrttechnologie Bremen, ZARM

Öko-Rakete mit Paraffin-Antrieb

Ganze sechs Minuten soll der Flug der Zephyr-Rakete dauern. Das Forschungsobjekt ist 80 Kilogramm schwer und 3,8 Meter lang. Die Bremer Studenten und Erfinder sprechen hier von dem „Öko-Raketenantrieb der Zukunft“. Der Start kann live im Netz mitverfolgt werden. Laut Anzeige findet dieser 8:50 Uhr statt. Das Projekt wird vom STERN-Programm des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt und beschäftigt 30 bis 40 Studentinnen und Studenten. Der große Vorteil beim Kerzenwachs ist, dass keine Explosionsgefahr besteht. „Im Grundsatz handelt es sich zu 99 Prozent um ganz normalen Wachs von Kerzen, wie sie etwa bei Ikea gekauft werden können“, erklärt Projektleiter Peter Rickmers. Dabei kann Paraffin Kräfte freisetzen, von denen wir bisher noch keinen Schimmer hatten. Bisher wurden bereits 30 Triebwerktests absolviert.

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Einzelne Komponenten stammen aus dem 3D-Drucker

Im Rahmen der Entwicklungen wurden auch die Schubdüsen aus einer Mischung aus Baumwolle und Harz hergestellt. Wie es sich schon fast gehört, kam auch ein 3D-Drucker zum Einsatz um die Kosten für die Bauteile so gering wie möglich zu halten. So entsprangen etwa die Sauerstoffventile aus dem Drucker. Nach dem erfolgreichen Flug, soll die Rakete wieder sicher und hoffentlich auch unbeschadet wieder mittels Fallschirm aus dem Outdoor-Bereich zu Boden gleiten. Für die Studenten ist das „Zephyr“-Projekt schon jetzt ein voller Erfolg, schließlich wurden bereits 35 Bachelor- und Masterarbeiten dafür geschaffen. Die Uni bezeichnet dies, bezüglich der universitären Lehre, als Erfolgsmodell.

Start-Update: „Der Countdown wurde gerade bei -14 Minuten gestoppt – wahrscheinlich wegen zu starken Winden. Wir sind aber zuversichtlich, dass es gleich weitergeht.“ so Birgit Kinkeldey Leiterin Kommunikation / Corporate Communication vom ZARM Bremen auf Nachfrage von Trends.

Raketenstart Live im Video

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