Zero Waste: Ist ein Leben ohne Müll wirklich möglich?

Jeder von uns produziert Tag für Tag Müll, und das nicht einmal wenig. Wirklich jeder? Einige Menschen sind tatsächlich aufgewacht und haben entschieden, aus dem Trott der Dauervermüllung auszusteigen. Und, ja, es ist ihnen gelungen: Nach einer kreativen, strategischen Phase läuft der Alltag wie geschmiert.

Kunterbunte Wegwerfmasse

Der Jahresabfall passt in ein Konservenglas

Zero Waste muss auf Dauer gar nicht mühsam sein, so klingt es uns aus den Blogs der verschiedenen Müllvermeidungsstrategen entgegen. Ganz im Gegenteil: Der eine oder verkündet sogar laut, dass ihm der neue Lebensstil richtiggehend Freude bereitet; zum guten Umweltgewissen gesellt sich das Gefühl, endlich von einer drückenden Last befreit zu sein. Die Gewohnheiten stellen sich nach einer gewissen Zeit einfach um, so munkelt man, irgendwann läuft alles ganz automatisch, nur eben ohne diesen ganzen überflüssigen Müll. Die meisten beginnen ihre Lebensumstellung zu Zero Waste ohnehin ganz allmählich, überlegen sich, wo sie einen Teil der täglichen Wegwerfverpackungen einsparen können und weiten das Projekt dann mit der Zeit aus. Kaum einer gelangt bis zu dem Punkt, an dem er wirklich überhaupt keinen Müll mehr produziert, doch der eine oder andere »Zero Wastler« kann seinen gesamten Jahresabfall tatsächlich in ein einziges Konservenglas packen.

Ist das wirklich nötig?

Du kannst nur für dich allein entscheiden!

Dieses hehre Ziel müsst ihr nicht einmal verfolgen, wenn euch die Umwelt am Herzen liegt. Auch eine deutliche Müllreduktion bedeutet schon, über den inneren Schweinehund gesiegt zu haben und ein bisschen stolz auf sich selbst empfinden zu dürfen. Der Gedanke, nur ein kleines Lichtlein zu sein, das den Planeten ohnehin nicht allein retten kann, gehört dabei ganz aus dem Kopf verbannt: Du kannst eben nur für dich allein entscheiden und nicht für alle anderen mit, doch wenn deshalb niemand anfängt, dann können wir mitsamt unserem Müll eigentlich auch jeglichen Idealismus entsorgen!

Hier ein paar Anregungen für Leute, die einen Anfang wagen möchten:

  1. Verpackt euer Obst und Gemüse nicht in Plastitütchen, sondern in mitgebrachten Stoffbeuteln und Schälchen.
  2. Zum Haarewaschen könnt ihr Haarseife statt Shampoo benutzen, die Flüssigseife am Waschbecken lässt sich gegen feste Seife eintauschen.
  3. Nutzt das Trinkwasser aus der Leitung oder kauft zumindest Glas- und keine Plastikflaschen. Sprudelt euer Leitungswasser in Glasflaschen mit der Sprudelmaschine auf.
  4. Wagt den Schritt hin zum Minimalismus, kauft euch seltener etwas Neues, repariert Defektes und entrümpelt euer Leben. Das schafft noch dazu eine gewisse Erleichterung.
  5. Denkt einmal sehr genau darüber nach, was ihr wirklich braucht – und was nicht. Lasst das Überflüssige einfach weg, dann müsst ihr es hinterher nicht entsorgen.

Dies stellt natürlich nur einen kleinen Ausschnitt aus den gigantischen Möglichkeiten der Müllvermeidung dar. Wie ihr Toilettenpapier ohne Umverpackung kaufen könnt, eure Putzmittel und Hygieneprodukte umweltfreundlich selbst herstellt und wo »Zero Wastler« vorzugsweise einkaufen gehen, erfahrt ihr in den einschlägigen Blogs derjenigen Menschen, die den Weg bereits ein Stück weit vorgegangen sind.

Hier ein paar Blogvorschläge: zerowastelifestlye.de, wastelandrebel.com, zerowastemunich.com, zerowasteaustria.com