Bereits vor einiger Zeit haben wir über die japanische Kleinstadt Kamikatsu berichtet. Dort haben sich die Bewohner der Müllvermeidung verschrieben und erreichen aktuell eine Recyclingquote von achtzig Prozent. Ab dem Jahr 2020 sollen in der Stadt dann gar keine nicht mehr wiederverwendbaren Abfälle anfallen. Im Rahmen dieser Initiative wurde nun ein interessanter Neubau errichtet: Das sogenannte Kamikatz Public House ist rund acht Meter hoch und besteht ausschließlich aus Materialien, die beim Abriss anderer Häuser nicht mehr benötigt wurden. Am sichtbarsten wird dies bei der großen Fensterfassade. Diese besteht aus vielen kleinen Fenstern, die zuvor andernorts im Einsatz waren und speziell für dieses Projekt gesichert und aufbereitet wurden.


Images via Hiroshi Nakamura & NAP
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Die Tapete besteht aus ehemaligem Zeitungspapier

Die riesige Fensterfront soll dabei im Sommer für Frischluft sorgen. Im Winter wiederum sorgt ein klimaneutraler Strahlungsheizer dafür, dass innerhalb des Gabäudes niemand frieren muss. Auch bei den anderen Baumaterialien wurde konsequent auf die erneute Verwendung bereits genutzter Produkte gesetzt. So wurde beispielsweise der Boden mit gebrauchten Kacheln ausgelegt. Die Wände wiederum sind mit einer Tapete bedeckt, die aus alten Zeitungen gewonnen wurde. Verantwortlich für das nachhaltige Design ist dabei die Architekturfirma Hiroshi Nakamura & NAP. Diese gewann mit dem Bau bereits den WAN Sustainable Buildings Award 2016 und hofft, zukünftig weitere Projekte dieser Art realisieren zu können.

Images via Hiroshi Nakamura & NAP
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In dem Recyclinghaus befindet sich aktuell ein Pub

Das Kamikatz Public House beinhaltet dabei aktuell einen Allerlei-Laden und einen Pub. Theoretisch lässt sich diese Bauweise aber auf fast alle benötigten Gebäude übertragen – und könnte so zu dem ambitionierten Ziel der vollständigen Müllvermeidung beitragen. Die Bewohner Kamikatsus tun dabei schon heute einiges, um den Recyclingprozess der Abfälle zu erleichtern. So trennen sie ihren Hausmüll beispielsweise in stolze 34 unterschiedliche Einheiten und bringen diese selbstständig zur lokalen Sammelstelle. Dort können sie dann sehen, was aus den einzelnen Materialien wiederum produziert wird. Zukünftig dürfte dann auch beim Abriss oder der Renovierung von Häusern besonders auf noch nutzbare Dinge geachtet werden.


Images via Hiroshi Nakamura & NAP
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Via: Inhabitat.com

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