Zooprophylaxe: Wie Kühe beim Kampf gegen Malaria helfen können

Malaria wird von Mücken übertragen. Die effektivste Abwehrmethode besteht daher darin, Mückenstiche von vorneherein zu vermeiden. Tatsächlich konnte durch den Einsatz von Moskitonetzen und Anti-Mücken-Sprays die Zahl der Malaria-Infektionen in Afrika bereits um mehr als ein Drittel gesenkt werden. Das kalifornische Biotech-Unternehmen Isca Technologies arbeitet nun an einer weiteren Lösung und setzt dabei auf tierische Hilfe. Kühe und Ziegen bekommen dabei ein spezielles Mittel verabreicht, dass für menschlichen Schweißgeruch sorgt. Davon wiederum werden die Anopheles-Mücken angelockt und zu einem Stich verleitet. Ein Entwurmungsmittel, das den Tieren zuvor verabreicht wird, sorgt anschließend für den Tod der Moskitos – die somit auch keine Gefahr für die in der Nähe lebenden Menschen mehr darstellen.

Die Anopheles-Mücke überträgt Malaria und wird durch menschlichen Schweißgeruch angelockt.

Erste Tests in Tansania verliefen sehr vielversprechend

Eine solche Vorgehensweise ist auch als Zooprophylaxe bekannt und für die Tiere vollkommen ungefährlich. Denn diese sind immun gegen die Malaria-Krankheit und können sich somit bedenkenlos stechen lassen. Auch die weitere Verwendung als Nutztier wird dadurch nicht beeinträchtigt. Erstmals in der Praxis getestet wurde der neue Ansatz im afrikanischen Tansania. Die Ergebnisse waren in doppelter Hinsicht vielversprechend: Zum einen stachen die Moskitos tatsächlich überdurchschnittlich häufig bei den Kühen zu. Zum anderen sank dadurch auch tatsächlich die Zahl der Stiche bei Menschen. Die Versuchsreihe war so erfolgreich, dass sie nun auch auf andere ostafrikanische Staaten ausgeweitet werden soll. Erster Kandidat ist in diesem Zusammenhang Uganda.

Auch ein vielversprechender Impfstoff befindet sich in der Entwicklung

Ein hundertprozentiger Schutz ist mit der Zooprophylaxe natürlich nicht verbunden. Zumindest kann die Gefahr einer Ansteckung aber wohl deutlich reduziert werden. Noch effektiver wäre die Entwicklung eines wirksamen und unbedenklichen Impfstoffes. Tatsächlich haben unter anderem deutsche Wissenschaftler in diesem Bereich bereits sehr erfolgreich geforscht. Doch auch zukünftig dürfte eine Impfung vergleichsweise teuer sein und nicht in allen ländlichen Regionen zur Verfügung stehen. Die Zooprophylaxe könnte hingegen einen eher günstigen Ansatz darstellen, um die weitere Verbreitung der Krankheit zumindest einzudämmen. Dies würde zudem dazu beitragen, die afrikanischen Gesundheitssysteme zu entlasten, die heute enorm unter den hohen Kosten der Malaria-Behandlungen zu leiden haben. Im Idealfall würden davon dann alle Einwohner profitieren.

Via: Aargauer Zeitung