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Zu viele Staus: Mailand will Radfahrer mit Geldprämien belohnen

Viele italienische Städte leiden unter einer enorm hohen Feinstaubbelastung. Diese kommt vor allem durch die vielen Autos und Motorräder auf den Straßen zustande. Inzwischen verliert die Europäische Union allerdings die Geduld mit den notorischen Feinstaubsündern. In Deutschland ist davon vor allem Stuttgart betroffen, in Italien ist es die Wirtschaftsmetropole Mailand. Dort plant man nun allerdings einen kreativen Ansatz zur Lösung des Problems umzusetzen. So sollen Pendler durch Geldprämien dazu bewogen werden, das Auto stehen zu lassen und stattdessen aufs Fahrrad zu steigen. Als Vorbild gelten dabei zwei Pilotprojekte in kleineren Städten in Frankreich und Italien. Dort erhalten Radfahrer für jeden Kilometer, den sie auf dem Weg zur Arbeit zurücklegen, 25 Cent.

By Stefano Stabile (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

By Stefano Stabile (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Die Zentralregierung finanziert Projekte zur nachhaltigen Verbesserung der Verkehrssituation

Ein echtes Vermögen lässt sich so natürlich nicht verdienen, es bleibt daher abzuwarten wie viele Arbeitskräfte das Angebot tatsächlich in Anspruch nehmen. Finanziert werden soll es aus einem millionenschweren Fonds der Zentralregierung zur Förderung von nachhaltigen Transportsystemen. Die Polytechnische Universität von Mailand wird zudem dabei behilflich sein, ein technisches System zu entwickeln, dass überprüft, ob jemand auch tatsächlich mit dem Fahrrad unterwegs ist. Eine einfache App, die die Geschwindigkeit misst, könnte dabei nicht ausreichen. Denn durch die zahlreichen Staus in der Stadt gleichen sich die Geschwindigkeiten von Auto und Fahrrad oftmals an.

Eine gut ausgebaute Infrastruktur ist von entscheidender Bedeutung

Die Bonuszahlungen können dabei ohnehin nur ein Teil einer groß angelegten Initiative zur Förderung des Radfahrens sein. Denn Studien haben bereits vor einiger Zeit ergeben, dass vor allem eine gut ausgebaute Infrastruktur nötig ist, um die Zahl der Fahrradfahrer zu steigern. „Wenn du nicht für eine sichere Verkehrsumgebung während der Fahrradfahrt sorgen kannst, wirst du nicht viele Leute erreichen. Die Leute einfach nur zu bezahlen, wird keinen großartigen Effekt haben“, erklärt Ralph Buehler von der Virginia Tech University in den Vereinigten Staaten. Viel wichtiger seien gut ausgebaute Fahrradwege und die Möglichkeit sich nach der körperlichen Anstrengung am Arbeitsplatz auch duschen zu können. Ersteres ist dabei Aufgabe der Stadt, letzteres liegt in den Händen der Mailänder Arbeitgeber.

Via: The Guardian

1 Kommentar

  1. David Kummer BGE

    Letztes ist auch hier in Deutschland ein Haubtproplem. Nicht das es keine Duschen auf Arbeit gibt, aber es fehlt in 99% der Fälle einfach eine Möglichkeit die Sachen zum Trocken aufzuhängen, wenn man auf Arbeit ankommt.
    Von gut 100 Firmen, die ich in meiner Zeit als Leiharbeiter besucht habe, war dies in gerade mal 1 Firma möglich, und das auch nicht auf Dauer, schon nach 3 Monaten, gabs die ersten Beschwerden von anderen, da sie ihre Handtücher nicht mehr frei aufhängen konnten!
    Vor allem im Winter, ist das ein entscheidender Nachteil, den dann ist man mit 3 facher Kleidung unterwegs, um nicht zu frieren!

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