Es ist das häufigsten verwendete Unkrautbekämpfungsmittel der Welt. Immerhin auf rund 40 Prozent der Ackerflächen in der Europäischen Union wird das Herbizid Glyphosat verwendet. Auch Hobbygärtner können es erwerben und nutzen – allerding unter dem Markennamen Roundup. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist davon aber alles andere als begeistert. Eine ihrer Studien kommt zu dem Ergebnis, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend ist. Eine bedenkliche Tatsache, zumal Rückstände des Herbizids bereits in Muttermilch und in Urinproben nachgewiesen wurden. Demnächst haben die EU-Kommission und die Mitgliedsstaaten über eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung zu entscheiden. Grundlage dafür bildet eine Stellungnahme der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit.


Ein mit Herbiziden behandelter Acker in Sachsen. Foto: Holscher [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
Ein mit Herbiziden behandelter Acker in Sachsen. Foto: Holscher [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt die Verlängerung

Die Experten dort haben allerdings nicht die Mittel, um eigene Studien durchzuführen. Sie arbeiten daher eng mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin zusammen. Dort kommt man zu einem anderen Ergebnis als bei der WHO und empfiehlt, die Zulassung zu verlängern. Als Begründung verweisen die Berliner Experten darauf, dass sie eine Vielzahl an Studien und Veröffentlichung ausgewertet hätten – darunter auch die WHO-Studie, aber eben auch andere Expertisen. Letztlich sei man dann zu einem anderen Schluss gekommen als die Weltgesundheitsorganisation. Es gilt daher als wahrscheinlich, dass sich auch die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit für eine Verlängerung der Zulassung aussprechen wird.

Neue Zulassung wäre zehn Jahre gültig

Somit werden einige paradoxe Regelungen rund um das Herbizid wohl erhalten bleiben. So dürfen städtische Gehwege beispielsweise nicht mit Glyphosat von Unkraut befreit werden. Der häusliche Vorgarten allerdings schon. Bauern, die das Herbizid verwenden, müssen bei der Entsorgung des Strohs zudem strenge Vorschriften beachten – das Getreide hingegen wird ganz normal verarbeitet. Sollten die EU-Institutionen die Zulassung letztlich tatsächlich verlängern, wäre diese für weitere zehn Jahre gültig. Anschließend stünde eine neue Verlängerung an, vor der die Experten dann erneut zu Wort kämen.


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1 Kommentar

  1. Helga Müller

    19. November 2015 at 18:23

    Ich habe mehr als drei Menschen beobachtet, die im Garten einer Gartenanlage oder vor ihrem Haus das Gift ausbrachten-und kurz danach nicht mehr lebten-als wäre es ihre letzte Amtshandlung gewesen….

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